ARCUS bewegt: Wenn die Prothese wackelt: Was tun?
Shownotes
In dieser Episode von "ARCUS bewegt" konzentrieren wir uns auf ein zentrales Anliegen vieler Patienten: Was passiert, wenn mit einer Endoprothese Probleme auftreten oder wenn sie nach vielen Jahren ausgetauscht werden muss? Trotz einer sehr niedrigen Komplikationsrate von unter 1% in den ARCUS Kliniken ist es für Patienten wichtig zu verstehen, was im Falle eines Falles auf sie zukommen könnte und welche modernen medizinischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Ich spreche mit Dr. Med. Axel Sehrt, einem Spezialisten für Endoprothetik, der uns detaillierte Einblicke in die Lebensdauer und Haltbarkeit dieser Prothesen gibt. Wir beginnen mit den unerlässlichen ersten Schritten nach der Operation, die für die Wundheilung von entscheidender Bedeutung sind. Dr. Sehrt erläutert, dass eine gute Heilung in den ersten Tagen und Wochen nach der Operation von essenzieller Bedeutung ist. Bei Anzeichen wie Rötungen oder Schmerzen sollten Patienten nicht zögern, sich sofort in der Klinik vorzustellen. Wir werfen dann einen Blick auf die durchschnittliche Lebensdauer einer Endoprothese. Dr. Sehrt erklärt, dass viele Prothesen über 20 Jahre hieb- und stichfest bleiben, jedoch können auch nach der Heilungsphase Probleme auftreten. Ähnlich wie bei der ursprünglichen Erkrankung können Patienten Jahre später wieder Beschwerden verspüren, was auf eine mögliche Prothesenlockerung hinweisen könnte. In solchen Fällen ist eine gründliche Diagnostik, mittels Röntgen und weiteren bildgebenden Verfahren, unerlässlich, um die Situation richtig einzuschätzen. Ein zentraler Punkt unserer Diskussion ist die Unterscheidung zwischen aseptischen und septischen Lockerungen. Dr. Sehrt schildert die verschiedenen Ursachen und Vorgehensweisen, die bei einer Lockerung zu beachten sind, was entscheidend für die anschließende Behandlung ist. Die Behandlung einer nicht-infizierten Prothese kann meist in einer einmaligen Operation erfolgen, während eine infektiöse Lockerung oftmals einen komplexeren, zweistufigen Prozess erfordert. Des Weiteren erfahren wir, wie die Wechseloperation stattfindet und welche Herausforderungen dabei auftreten können. Dr. Sehrt hebt hervor, dass es keine Standardanzahl für Wechseloperationen gibt; vielmehr hängt alles von der Knochensubstanz und dem individuellen Zustand des Patienten ab. Bei jeder Revision wird das Vorgehen adaptiv gestaltet, um bestmögliche Bedingungen für die neue Prothese zu schaffen. Abschließend bietet Dr. Sehrt wertvolle Tipps, um die Lebensdauer einer Endoprothese zu maximieren. Er betont die Bedeutung einer guten Rehabilitation und des aktiven Lebensstils. Während schweres Heben und körperliche Überlastung vermieden werden sollten, ist es entscheidend, sich im Alltag ausreichend zu bewegen und die Prothese kontinuierlich zu nutzen, um ihre Funktionalität zu garantieren. Diese Episode liefert umfassende und aufschlussreiche Informationen, die Patienten helfen, ein besseres Verständnis für ihren Zustand zu entwickeln und die richtigen Schritte zur Aufrechterhaltung ihrer Mobilität zu unternehmen. Alle Informationen rund um die ARCUS Kliniken, den Podcast und die Events finden Sie hier: linktr.ee/arcusklinikenTranskript anzeigen
00:00:03: Akus bewegt.
00:00:05: Der Podcast direkt aus den Akus-Kliniken in Pforzheim.
00:00:09: Unsere Spezialisten beantworten ihre Fragen rund um den Gelenkersatz und die Sportraumatologie.
00:00:15: Von der Diagnose bis zur Reha.
00:00:18: Immer Dienstags um achtzehn Uhr mit unserer Moderatorin Lisa Bornbaum.
00:00:24: Stellen Sie uns Ihre Fragen in den Kommentaren.
00:00:27: Und jetzt?
00:00:28: Viel Spaß mit der neuen Folge ARCOS bewegt.
00:00:32: Ja und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge ARCOS bewegt.
00:00:35: Heute wollen wir beim Thema sprechen, dass viele beschäftigt, aber Gott sei Dank nur ganz, ganz selten vorkommt.
00:00:41: Was passiert, wenn mit einer Endoprothese einmal etwas nicht ganz rund läuft oder sie nach vielen Jahren ausgetauscht werden muss?
00:00:47: Gerade bei uns in den ARCOS-Kliniken liegt die Komplikationsrate bei Prothesenoperation unter ein Prozent.
00:00:53: Ein Wert, der für höchste medizinische Qualität und Erfahrung spricht.
00:00:57: Trotzdem ist es verständlich, dass Patienten wissen möchten, was im Fall der Fälle passiert und welche Möglichkeiten die moderne Medizin heute bietet.
00:01:05: Gemeinsam mit Dr.
00:01:06: Med Axel Saert sprechen wir über die Lebensdauer moderner Endoprothesen anzeichen einer Lockerung und darüber, wie ein Wechsel einer Prothese eigentlich abläuft.
00:01:15: Außerdem erfahren sie heute, was so ein Wechsel anspruchsvoll macht und natürlich, was auch sie selbst tun können, dass die Prothese möglichst lange hält.
00:01:24: Und damit herzlich willkommen Dr.
00:01:26: Med Axel Sehrt.
00:01:27: Vielen Dank für die Einladung, freue mich, dass ich sprechen kann.
00:01:31: Ich bin Axel Sehrt, mein Tätigungsschwerpunkt ist die Endopothetik hier in der Akkusklinik.
00:01:36: Ich bin jetzt seit gut drei Jahren hier mit im Team und mache halt fast ausschließlich Endopothetik.
00:01:46: Und nebenbei beschäftige ich mich auch noch mit der Hüftatroskopie und gebe so ein ziemlich komplettes Bild dann.
00:01:55: Wir hatten es im Intro schon gehört, es kann bei einer Endoprothese OP mal was schiefgehen und es kann passieren, dass eine Prothese ausgetauscht werden muss.
00:02:03: Wie läuft denn aber die Behandlung ab?
00:02:04: Also was sind so die ersten Schritte, wenn man merkt, okay, da ist was schiefgegangen oder man muss nochmal an die Prothese ran?
00:02:09: Das
00:02:10: Wichtigste am Anfang ist ja, dass die Prothese erst mal gut einheilt.
00:02:13: Das heißt, die ersten Tage und Wochen nach der Operation, die sind sehr, sehr wichtig.
00:02:18: Und das Wichtigste darauf hier, macht, dass die Wundheilung schon mal gut ist.
00:02:22: Wenn die schon mal gut gelaufen ist, ist die Hälfte schon gewonnen, ist die halbe Miete schon da.
00:02:28: Und die Wundheilung fängt ja bei uns erst an hier, dann sind die Patienten aber ja schon entlassen und dann geht es dann meistens zu Hause weiter und dann in einer Reha.
00:02:37: und da kann es natürlich dann auch selten mal zu Schwierigkeiten kommen.
00:02:42: und da ist es ganz wichtig, dass man sich halt kümmert und dass man nicht viele Wochen wartet und immer noch hofft, vielleicht kommt die Wunde ja noch zur Ruhe, vielleicht hört das Nessen der Wunde dann noch auf.
00:02:54: oder manchmal gibt es auch Verläufe, bei denen am Anfang noch alles gut aussieht und dann erst nach ein paar Wochen oder Monaten plötzlich eine Rötung oder eine vermehrte Schmerzen auftreten oder wieder Flüssigkeit aus der Wunde kommt, das sind dann Alarmzeichen, bei denen man tätig werden sollte.
00:03:12: und dann sollte man bei solchen Dingen auf keinen Fall das auf die lange Bank schieben oder lange irgendwie herum machen, dann sollte man am besten sich direkt hier melden und wir werden dann immer auch relativ kurzfristig innerhalb von weniger Tagen höchstens eine Vorstellung in der Sprechstunde organisieren, um uns die Sache anzuschauen und dann muss man halt individuell entscheiden, was da los ist und dann auch der Sache auf den Grund gehen.
00:03:38: Und wie lange hält denn so eine Endoprothese eigentlich im Durchschnitt?
00:03:42: Also wenn Sie erstmal Komplikationslos eingeheilt ist und diese erste Heilungsphase gut verstatten gegangen ist, dann ist davon auszugehen, dass die Filia Zet hält.
00:03:54: Also wir wissen, dass nach zwanzig Jahren immer noch über eighty-fünf Prozent der Potesen, die mal eingebracht wurden, immer noch gut funktionieren.
00:04:03: Das heißt, die Haltbarkeit ist sehr, sehr lange und die meisten Patienten, die nehmen ihre Potese dann auch mit ins Grab.
00:04:11: Und was sind so die Probleme, die nach der Heilung auftreten können?
00:04:15: Also welche Krankheitsbilder gibt es da dann mit der Prothese?
00:04:19: Ja, in seltenen Fällen können Prothesen Probleme machen.
00:04:24: Das ist dann zu differenzieren, ob es jetzt am Knie oder eine Hüfte ist.
00:04:28: Beim Knie wissen wir, dass es einen Prozentsatz am Patienten gibt, die trotz optimal eingebrachter Prothese, optimaler Wundheilung immer noch Beschwerden haben.
00:04:40: Da muss man nachforschen und ganz individuell bei dem einzelnen Patienten dann schauen, was der Grund ist und ob es einen Grund gibt, den man dann auch beseitigen kann.
00:04:52: Bei der Hüfte ist es seltener, aber auch da gibt es natürlich Probleme.
00:04:56: Die selten auftreten, aber insgesamt ist die Hüfte, was die Heilung angeht, deutlich gutmütiger.
00:05:03: Gibt es denn nach ein paar Jahren mit der Prothese so was wie eine Prothesenlockerung?
00:05:08: Und wenn ja, wie kann man so was diagnostizieren und behandeln?
00:05:11: Ja, Prothesenlockerungen gibt es.
00:05:13: Das fällt dann meistens auf, dass Patienten, die jetzt eine erstmal gut funktionierende Prothese hatten, irgendwann wieder Beschwerden bekommen.
00:05:23: Oft wird beschrieben, dass die so ähnlich sich äußern wie die Arthrose, die sie damals hatten.
00:05:28: Also es gibt wieder Schmerzen in den betroffenen Gelenk belastungsabhängig, die dann wieder auftreten, nachdem viele Jahre Ruhe waren.
00:05:36: Das kann ein Hinweis darauf sein, dass es eine Prothesen-Lockerung gibt.
00:05:42: Und dann muss man weitere Diagnostik machen, da muss man erstmal Röntgenbilder machen, eine Bildgebung machen, wenn die Prothese schon einige Jahre implantiert war.
00:05:52: kann man auch eine Sintigraphie machen, also eine Messung der Hörknochen-Stoffwechsel-Aktivität, um zu sehen, ob um die Prothese herum der Knochen reagiert.
00:06:03: und gegebenenfalls muss man auch weitere Untersuchungen machen, wie zum Beispiel auch mal ein CT, um dann zu sehen, ob es Zeichen einer Lockerung der Prothese gibt, also ob die Prothese nicht mehr so fest mit dem Knochen verankert ist, wie sie das ursprünglich mal war.
00:06:20: Und wenn das jetzt der Fall wäre, muss die dann getauscht werden?
00:06:24: Also muss dann diese Prothese gewechselt werden oder was oder wie kann man da dagegen angehen?
00:06:30: Dann wird es sehr individuell.
00:06:34: Wenn die Prothese wirklich locker ist, dann muss man wirklich diese Komponente der Prothese zumindest tauschen.
00:06:39: Und das wird dann natürlich deutlich aufwendiger.
00:06:43: Da muss man erstmal eine Untersuchung machen und versuchen den Grund der Lockerung zu finden.
00:06:48: Denn es gibt ja sogenannte aseptische Lockerungen, wo einfach der Knochen sich von der Prothese irgendwann wieder ablös, ohne dass es einen spezifischen Grund dafür gäbe, außer vielleicht der Haltbarkeit.
00:07:00: Und es gibt aber auch septische Lockerungen.
00:07:02: Das heißt, wenn eine Verkeimung der Prothese dafür verantwortlich ist, dass die Prothese gelockert ist.
00:07:10: Die Behandlung ist dann aber insgesamt eine deutlich unterschiedliche, denn eine Nicht- verkeimt gelockerte Prothese, die kann man in einem einmaliger Operation meist wechseln auf eine neue Prothese.
00:07:24: Wenn da eine Verkeimung ist, also eine septische Lockerung, eine Infektion der Prothese, dann wird man in der Regel eine zweizeitige Wechseloperation machen.
00:07:36: Das heißt, man wird erst die gelockerte Prothese entfernen müssen, dann auch ganz, also alle Komponenten, und dann in einem zweiten Schritt eine neue Prothese wieder einbauen müssen.
00:07:47: Das ist natürlich extrem viel aufwendiger, wenn man das so machen muss.
00:07:51: Und deshalb ist es ganz wichtig, bevor man da an einer Prothese einen Wechsel macht, immer vorher die Keim-Situation zu untersuchen.
00:08:02: Und das erfolgt dann meistens im Rahmen einer Probenentnahme, dass man also eine Biopsy von dem Gewebe direkt um die Prothese herum gewinnt, meistens im Rahmen einer Arthroskopie, also einer Gelenkspiegelung.
00:08:15: und das dann auf Keime untersucht.
00:08:17: Manchmal reicht auch eine Punktion, wenn man die Flüssigkeit um das Gelenk untersucht.
00:08:22: Und so versucht man halt, die Ursache der Prothesenlockerung weiter zu untersuchen, weil es so immens wichtig ist, dass man hier auf dem richtigen Dampfer ist und differenziert infizierte Prothese oder nicht infizierte Prothese bei einer Lockerung.
00:08:41: Wenn es jetzt zu einer Wechsel-Operation kommt, jetzt mal egal aus welchem Grund, kann ja auch sein, man hat einen Patienten, der sehr sehr frühen Gelenk bekommen hat und dann vielleicht auch im hohen Alter nochmal diese Wechsel-Operation braucht, wie läuft diese Operation ab und wie oft findet die denn eigentlich statt bei uns?
00:08:57: Also insgesamt müssen wir so Operationen glücklicherweise nicht so oft machen, weil die Prothesen ja, wie ich Anfangs schon sagte, meistens sehr lange halten, aber bei Patienten, die aus irgendeinem Grund Doch früh im Alter eine Prothese brauchen, ist die Wahrscheinlichkeit ja dann doch irgendwann gegeben, dass sie einen Wechsel brauchen.
00:09:17: Und manchmal stellen sich die Patienten vor, dass man diese Prothesen wechsel kann wie Sommer auf Winterreifen.
00:09:24: Das ist aber nicht so.
00:09:26: Denn die neue Prothese, die man dann einbaut, die muss ja wieder am Knochen verankert werden.
00:09:32: Und der Knochen ist das, was sich um die Prothese herum abbaut.
00:09:37: Das heißt, bei einer Prothesenlockerung ist nicht die Prothese schuld.
00:09:40: Die ist ja aus Metall und unvorrottbar, aber der Knochen ringsherum, der löst sich ab.
00:09:47: Und die neue Prothese muss in diesem weniger und in diesem weicheren, vielleicht auch morscheren Knochen wieder neu verankert werden.
00:09:54: Und das ist ungleich schwieriger als beim ersten Mal, sodass die Prothese, die dann neu reinkommt, immer eine größere ist.
00:10:01: Es ist immer ein komplizierteres größeres Modell und das muss man dann halt individuell auf die Situation abstimmen.
00:10:10: die dann Knöchern vorliegt.
00:10:12: Da gibt es dann sowohl für Knie als auch für hüftespezielle Revisionsprothesenmodelle, mit denen man dann die Prothese auf die knöchern der Situation anpassen kann.
00:10:23: Aber es ist natürlich klar, dass von Wechsel zu Wechsel diese Aussage der Prothese immer schwieriger wird und irgendwann halt mit dem Rücken an der Wand steht.
00:10:36: und wirklich nur noch sehr eingeschränkte Möglichkeit hat, das zu wechseln.
00:10:40: Das kommt zum Glück aber extremst selten vor, dass man hier in ernste Probleme kommt.
00:10:47: Und wie oft kann man so eine Prothese generell wechseln?
00:10:50: Also gibt es da eine Zahl?
00:10:52: Ja, das
00:10:52: ist eine Frage, die sehr oft gestellt wird.
00:10:54: Die kann man eindeutig mit, nein, beantworten.
00:10:56: Es gibt keine Zahl, die man da sagt, sondern es geht wirklich um die Knochensubstanz und die Weichtelle sind manchmal auch ein Problem, aber es gibt keine konkrete Zahl.
00:11:06: wie oft man wechseln kann.
00:11:08: Es hängt immer von dem Knochen ab.
00:11:09: Und wenn der noch gut vorhanden ist, dann kann man auch immer wieder da neu eine Wechseloperation machen.
00:11:16: Und das kann man vorher nie genau sagen.
00:11:20: Also ich kann einem Patienten nicht sagen, sie sind jetzt dreißig und kriegen wegen einer schlimmen Gelenkerkrankung jetzt schon eine Pothese.
00:11:27: Wir können sie noch drei, vier mal wechseln.
00:11:29: Das ist nicht richtig.
00:11:29: Man muss das immer individuell sehen.
00:11:32: Und es ist immer, jede Revision ist immer eine sehr auf den Einzelfall zugeschnittenen Operationen.
00:11:39: Sie hatten es schon betont bezüglich der OP, dass die sich wirklich deutlich unterscheidet zu einer Operation, bei der die Prothese zum ersten Mal eingesetzt wird.
00:11:49: Gibt es da so zwei, drei Punkte?
00:11:50: Weil wir sind ja nicht im OP.
00:11:52: Wir haben da ja keine Vorstellung von so einer Operation, wie das abläuft.
00:11:55: Aber haben Sie da so zwei, drei Infos für uns, wo man wirklich sagen kann, okay, das unterscheidet es natürlich vielleicht auch vom Werkzeug, oder?
00:12:01: Sie meinten schon, dass die Prothese eine größere sein muss.
00:12:03: Aber gibt es da noch andere Sachen, die sich da wirklich grundlegend unterscheiden?
00:12:08: Im Wesentlichen nicht.
00:12:10: Man muss natürlich sich überlegen, wie man an die gelockerte Prothese herankommt.
00:12:15: Denn je nach Defektsituation des Knochens muss man manchmal den OP-Zugangsweg, also den Weg, wie man den Körper aufschneidet, um an die Prothese heranzukommt, anpassen, damit man nachher die knöchelnde Defekte auch möglichst gut erreicht.
00:12:29: Und dann ist natürlich das voroperierte Gewebe sehr anders als ein jungfrolliges Gewebe, wo noch nie eine Prothese eingebracht wurde.
00:12:38: Das heißt, meistens gibt es Vernarbungen um das Gelenk herum, die alles viel fester machen vom Gewebe, manchmal sogar lederartig verbackene Strukturen, die man da darstellen muss, um überhaupt an die Prothese heranzukommen.
00:12:53: Und natürlich, wenn es sich um einen sceptischen, also einen infizierten Wechsel handelt, dann muss man auch ganz große Säuberungsaktionen machen, bei denen man alles infizierte Gewebe ringsum das Gelenk herausschneidet und alles so säubert, wie es nur irgendwie geht, um die Keimlast in der Region zu reduzieren.
00:13:17: Und da ist das Vorgehen natürlich dann komplett anders als bei einer einfachen primären Implantation, bei der man völlig unbelastetes Gewebe vor sich hat.
00:13:30: Sie hatten schon gesagt, dass wenn ein Patient irgendwie spürt, dass was nicht stimmt oder die Wundheilung nicht ganz abläuft, dann sollte man sofort agieren.
00:13:38: Zum abschließenden Experten-Tipp habe ich jetzt aber noch eine ergänzende Frage.
00:13:41: Und zwar, welchen Tipp geben Sie den Patienten, um die Lebensdauer der Endoprothese möglichst lange zu erhalten?
00:13:47: Der Reha-Ärzte beherzigen.
00:13:49: Man sollte sich ruhig Zeit nehmen und nach der Implantation ein ganzes Jahr fleißig weiter trainieren eigenständig.
00:13:57: und gegebenenfalls auch mit physiotherapeutischer Unterstützung, damit das einmal richtig gut verheilt ist und danach einfach aktiv bleiben.
00:14:05: Also der Mensch ist ein Bewegungstier und der geht kaputt, wenn er sich nicht bewegt.
00:14:09: und das gleiche gilt für die Prothese und die muss einfach viel benutzt werden und im Alltag nicht geschont werden, damit sie gut funktioniert und lange funktioniert.
00:14:18: Maximalbelastung sollte man natürlich vermeiden.
00:14:20: Das heißt, schweres Heben und Tragen, schwere körperliche Arbeiten, die sind nicht so zuträglich für die Haltbarkeit einer Prothese.
00:14:29: Das sollte man vermeiden, aber im normalen Arbeitseilentag und Wandern und Radfahren usw.
00:14:34: Das sollte man fleißig machen, dann hält sie am nächsten.
00:14:39: Das war die neue Folge des Podcasts ARKUS bewegt.
00:14:44: Wenn Sie weitere Fragen oder Anregungen haben oder bestimmte Themen hören möchten, schreiben Sie uns doch gerne.
00:14:51: Und natürlich freuen wir uns, wenn Sie beim nächsten Mal wieder mit dabei sind.
00:14:56: Bis dahin, bleiben Sie gesund und vor allem in Bewegung!
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