ARCUS bewegt: Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Knieprothese?
Shownotes
In dieser Episode von "ARCUS bewegt" widmet sich Dr. Med. Boris Ivanovas, gemeinsam mit Moderatorin Lisa Bornbaum den entscheidenden Fragen rund um das Thema Kniegelenkersatz. Wir analysieren, wann der richtige Zeitpunkt für eine künstliche Knieprothese kommt und ob es immer eine Vollprothese sein muss. Viele Patienten stehen vor der Frage, wie stark die Schmerzen tatsächlich sein müssen, bevor chirurgische Maßnahmen in Erwägung gezogen werden können. Hierbei wird betont, dass der Leidensdruck und die Einschränkung der Lebensqualität entscheidende Kriterien sind, um die Notwendigkeit einer Operation zu beurteilen.
Dr. Ivanovas erläutert die unterschiedlichen konservativen Behandlungsmöglichkeiten, die vor einer operativen Maßnahme ausgeschöpft werden sollten. Dazu zählen Bewegungstherapien, physiotherapeutische Maßnahmen, Schmerztherapien sowie alternative Methoden. Seiner Meinung nach ist es unabdingbar, dass Patienten aktiv an ihrer Genesung mitwirken, um eine Verschlechterung ihres Zustands zu vermeiden. Die Rolle der Eigeninitiative und die Bedeutung eines multimodalen Therapieansatzes werden hervorgehoben, um die Gelenkfunktion zu optimieren.
Des Weiteren wird erörtert, welche Erwartungen Patienten an moderne Knieprothesen haben sollten. Während eine Teilprothese für ausgewählte Patienten, die nur in einem Teil des Gelenks Schäden aufweisen, sehr vorteilhaft sein kann, ist es wichtig, die individuellen Gegebenheiten jedes Patienten zu berücksichtigen. Dr. Ivanovas betont, dass es in Fällen, in denen mehrere Gelenkteile betroffen sind oder die Gesamtfunktion des Knies stark eingeschränkt ist, sinnvoller sein kann, eine vollständige Prothese zu wählen.
Ein zentraler Aspekt der Diskussion ist die Suche nach dem richtigen Chirurgen. Veränderungen in der Kniechirurgie haben dazu geführt, dass exzellente medizinische Expertise entscheidend ist. Die Auswahl des Operateurs sollte auf Kriterien wie Erfahrungen, Fallzahlen und die individuelle Verbindung zum Patienten basieren. Dr. Ivanovas legt nahe, dass Patienten sich gut informieren und sicher sein sollten, dass ihr Operateur die nötige Erfahrung mitbringt, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Abschließend gibt Dr. Ivanovas den Zuhörern wertvolle Ratschläge und regt an, sich diese grundlegenden Fragen zu stellen: "Bin ich wirklich an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht länger in der bisherigen Qualität leben kann?" Dies sei entscheidend, um den geeigneten Zeitpunkt für eine Knieoperation zu finden. Er betont, dass nicht jeder Patient für eine Operation in Frage komme und dass eine gesunde Zusammenarbeit zwischen Patient und Chirurg notwendig sei, um den besten individuellen Behandlungsansatz zu finden.
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linktr.ee/arcuskliniken
Transkript anzeigen
00:00:00: ARCUS bewegt.
00:00:01: Der Podcast direkt aus den ARCUS Kliniken in Pforzheim.
00:00:06: Unsere Spezialisten beantworten ihre Fragen rund um den Gelenkersatz und die Sportraumatologie.
00:00:12: Von der Diagnose bis zur Reha.
00:00:15: Immer Dienstags um achtzehn Uhr mit unserer Moderatorin Lisa Bornbaum.
00:00:21: Stellen Sie uns Ihre Fragen in den Kommentaren.
00:00:24: Und jetzt
00:00:25: viel Spaß
00:00:26: mit der neuen Folge ARCUS bewegt.
00:00:30: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Alkos bewegt.
00:00:33: Heute spreche ich gemeinsam mit Dr.
00:00:35: Mede Boris Ivanovas über eines der wahrscheinlich meist besprochenen Themen in der Orthopädie.
00:00:41: Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein künstliches Kniegelenk und muss es denn immer gleich eine Vollprothese sein?
00:00:47: Viele Patienten stehen irgendwann vor der Frage.
00:00:50: Wie schlimm müssen die Schmerzen sein?
00:00:52: Reichen konservative Maßnahmen noch aus?
00:00:55: Welche Möglichkeiten bieten moderne Teilprothesen?
00:00:58: Brauche ich eine Vollprothese?
00:01:00: Und woran erkennt man eigentlich einen guten Operateur?
00:01:03: All diese Fragen wollen wir heute klären.
00:01:05: Deshalb heiße ich Sie herzlich willkommen!
00:01:07: Dr.
00:01:08: Mehl Boris Ivanovas.
00:01:09: Hallo, guten Morgen.
00:01:10: Mein Name ist Dr.
00:01:10: Boris Ivanovas.
00:01:11: Ich bin Leitendarzt in der Akkusklinik in Forzheim.
00:01:15: Ich bin hier seit erstem neunten, zwanzig, fünfundzwanzig im Haus.
00:01:19: Ich war auf jeden Jahr schon mal als Oberarzt hier in der Kniekuri tätig.
00:01:23: Ich bin seit fünfzehn Jahren spezialisiert ausschließlich auf das Kniegelenk und mache dort eigentlich jegliche Versorgung vom einfachen Miniskuss bis zum Prothesenwechsel.
00:01:35: In den letzten Jahren ist es so, Speziell geworden, dass wir sehr viele Prothesen hier im Haus machen, ich auch.
00:01:40: Das heißt, viele hunderte Prothesen, davon circa ein Drittel Teilprothesen.
00:01:46: Das ist ein sehr spannendes Thema.
00:01:48: Für mich persönlich ist es eine sehr gute Mischung, da man über die Sportorte, also auch die Kreuzmannchirurgie oder Achskorrekturen, sehr viel auch über die Gelenkfunktion für eine komplette Knieversorgung lernt.
00:02:04: und auch umgekehrt, sodass sich das eigentlich sehr gut ergänzt und das sich in den letzten Jahren für mich sehr gewinnt bringt.
00:02:11: rausgestellt hat.
00:02:12: Woran erkennt denn ein Patient eigentlich den perfekten Zeitpunkt für eine Brothese?
00:02:16: Das ist eine sehr gute Frage.
00:02:17: Das ist eigentlich die Frage, die man immer gestellt, bekommt er zumindest auch als Operateur stellen sollte.
00:02:22: Der richtige Zeitpunkt für ein künstliches Kniegeling ist eigentlich dann, wenn sonst nichts mehr geht.
00:02:26: Also wenn der Leidensdruck im Alltag für normale Tätigkeiten einfache sportliche Betätigungen wie Gehen oder Worken, Radfahren geht meistens noch deutlich länger.
00:02:35: Aber wenn so die normalen Gehtätigkeiten nicht mehr funktionieren, der Nachtschmerz sehr groß wird und auch die Funktion nachlässt, dann wird es Zeit.
00:02:41: Es muss einem jedoch klar sein, dass das die letzte Option ist, die sogenannte letzte Wiese in der Versorgung.
00:02:47: Das heißt, man hat dann Erfolg mit der Knieprothetik oder mit dem Ersatz oder Teilgelenkersatz des Kniegelenkes, wenn wirklich alle anderen Optionen ausgeschöpft sind.
00:02:55: Und wenn der Patient auch merkt, dass er so in seine Gesamtverfassung, das dann machen wir auch ein bisschen eine emotionale Komponente, dass man nicht mehr schläft, dass man ständig Schmerzen hat, das macht Nürbe.
00:03:06: Die Amerikaner nennen das so Grief.
00:03:08: Wenn es einem dann anfängt, so richtig schlecht zu gehen, sieht man Patienten auch ziemlich gleich an, wenn die so ins Behandlungszimmer kommen, dass der dann einen recht hohen Leidensdruck hat.
00:03:16: und wenn das der Fall ist, dann ist der Zeitpunkt richtig.
00:03:18: Wenn man an dem Punkt noch nicht so richtig ist und sagt, ja geht noch, ist der Zeitpunkt vielleicht noch zu früh und die Erwartungshaltung an ein neues Kniegling vielleicht noch zu hoch, sodass man eventuell ein bisschen Zeit gewinnen kann mit konservativen Behandlungsmöglichkeiten.
00:03:33: Welche konservativen Behandlungsmöglichkeiten sollten denn vorher unbedingt ausgeschöpft werden?
00:03:38: Also welche Möglichkeiten hat der Patient, bevor dann wirklich die Entscheidung für die OP fällt?
00:03:43: Das ist ein multimodales Therapie-Regime, also dass man verschiedene Konzepte auslotet oder ausreizt.
00:03:51: Das fängt an natürlich bei der Bewegungstherapie.
00:03:53: Das kann man aktiv und passiv machen.
00:03:54: Das ist das ganz Entscheidende.
00:03:55: Passiv natürlich über die Physiotherapie, aber das reicht alleine nicht.
00:03:59: Ich bin jetzt eigentlich gar nicht so ein großer Physiotherapeut.
00:04:02: oder Physiotherapie-Freund für diese chronischen Geschichten.
00:04:05: Das muss vor allem auch eigenizortiv sein.
00:04:10: geübt werden.
00:04:11: Da ist natürlich das Fahrradfahren perfekt, gehört auch ein gewisses Krafttraining mit dazu, aber wer sein Knie oder sein Gelenk nicht beübt, dann wird das nicht funktionieren.
00:04:18: Das gilt im Übrigen auch für eine Versorgung, also für die Zeit nach der Operation.
00:04:23: Natürlich gehört auch eine Anti-Inzündlich- und Schmerztherapie dazu, das kann man medikamentös oder mit Spritzen machen.
00:04:27: Da gibt es die Klassiker mit Ibrofäne oder die Glefinak, die man oral einnehmen kann, nicht so lange, aber so ein Stoßtherapie für eine gewisse Zeit sehr gut.
00:04:34: Man kann Spritzen machen ins Gelenk mit Cortison, Hyaluron, ACP.
00:04:39: Also diese Art Eigenbluttherapie, wie es so umgangssprachlich genannt wird, sind wir als Operateur natürlich ein bisschen vorsichtig, weil das das Infektrisiko etwas erhöht für die Operation, die dann ansteht, sodass es eine Mischung ist aus Physiotherapie, Eigentraining, antientzündlicher und Schmerztherapie.
00:04:58: und dann kam natürlich das auch nur ein bisschen... In der Second Line auf die Fans betreiben, das heißt, dass man so Sachen macht wie Akkupunktur oder Stoßwelle, Magnetfeldtherapie und es gibt natürlich noch alternative Methoden, die aber dann relativ weit hinten in der Evidenz stehen, also wo es nicht richtig nach gewesen ist, dass das wirklich was bringt.
00:05:15: Wenn die Lebensqualität leidet, dann ist meistens der Schritt zur OP oder halt zu einem Kniegelenk.
00:05:21: Was kann denn aber so ein modernes künstliches Kniegelenk wirklich leisten?
00:05:24: Wo liegen da die Grenzen?
00:05:26: Und was sollte ein Patient jetzt halt nicht gerade erwarten?
00:05:29: Also zum Beispiel eine komplette Sportfreiheit haben wir schon gehört, dass es halt trotzdem auch mit einem Gelenk bewusst alles ablaufen soll.
00:05:36: Also was kann der Patient erwarten und was sollte er vielleicht auf gar keinen Fall erwarten?
00:05:40: Also die interessanteste Frage ist immer, die man gestellt kriegt, ist kann ich mit dem Knie eigentlich alles machen?
00:05:44: Das ist natürlich nicht so.
00:05:47: Das hängt viel davon ab, was man vorher für einen Leistungsniveau oder für den Sportniveau hatte.
00:05:52: Jemand, der vorher Gucci gefahren ist, der wird vielleicht Mit einem Knie auch noch ganz ordentlich Skifahren, wer vorher noch nie groß Sport getrieben hat, der wird da vielleicht seine Einschränkungen haben.
00:06:02: Prinzipiell gilt das Kontakt oder Stoß, Sportarten natürlich joggen oder wenn man das noch machen wollte, solche Sachen wie Fußball, solche Sportarten, das ist aber meistens in der Patientenauswahl nicht das Thema.
00:06:16: kann man glaube ich ausschließen, dass das funktioniert.
00:06:19: Da gibt es sicherlich ganz seltene Ausnahmen, aber es geht vor allem um die gleitend Sportarten, die man hinterher machen kann, wie Fahrradfahren, wie Walken, wie Wandern, wie moderates Krafttraining.
00:06:29: Manche spielen ein bisschen Tennis, so ein Doppel, manche fahren ein bisschen Skide mit.
00:06:32: Da gibt es natürlich auch Aggressivere, aber die erst genannten sind sicherlich das, was man so erwarten könnte.
00:06:37: Was nicht gut geht und das ist wichtig ist, wenn man Patienten hat, die noch jünger sind, und vor allem noch im Arbeitsleben stehen.
00:06:43: Wir haben ja so die Vorgabe, dass wir uns überlegen, man sollte eigentlich erst zu einem späteren Leben operieren.
00:06:49: Also nicht zu früh, das hat auch den Hintergrund, dass wenn man noch im Arbeitsleben steht, dass wenn man körperlich tätig ist, Prothesen eine gewisse endgradige Belastungsgrenze haben, wo zwar mechanisch nichts kaputt geht und nichts passiert, aber ein gewisser Schmerz vielleicht auch entsteht, wenn man es belastet.
00:07:03: Das gilt für tiefe Knienetätigkeiten.
00:07:07: oder, wenn man körperlich hatte, Belastungen ausüben muss, also einfach schwer tragen muss oder länger stehen muss den ganzen Tag.
00:07:14: Das ist für Leute, die noch im Arbeitsleben stehen, sicherlich eventuell ein limitierender Faktor.
00:07:20: Das muss man zumindest besprechen, dass es sein kann, dass es da eine gewisse Einschränkung gibt, sodass man das ganz offensiv mit dem Operateur besprechen muss.
00:07:28: Das ist eine ganz wichtige Frage, was man beruflich macht.
00:07:32: Die Frage, die man im Operateur stellen sollte, ist natürlich, ob eine gewisse Expertise besteht.
00:07:38: Das macht Sinn.
00:07:40: Das Problem des Patienten ist immer, dass er eigentlich nicht hineingucken kann in die Klinik oder in den OP, wo nicht sieht es von außen mit welcher Qualität oder welcher Stückzahl oder mit welcher Erfahrung da operiert wird.
00:07:51: Das ist natürlich ein Entscheidungskriterium, was schwierig ist.
00:07:55: Also die Stückzahl spielt eine große Rolle, dass eben viel gemacht wird.
00:07:57: Deswegen ist ein Zentrum, wie wir das sind, sicherlich im einst der besten Kriterien, die man auswählen sollte, dass eben eine hohe Expertise da ist bei den einzelnen Akteuren und vor allem, was man eben selber mit dem Kniegeling dauerhaft dann auch machen möchte.
00:08:16: Wir haben jetzt die ganze Zeit von der Brothese an sich gesprochen.
00:08:19: Es gibt ja das komplette Knie, was man sich ersetzen lassen kann und die Teilbrothese.
00:08:24: Was ist denn da der grundlegende Unterschied, außer dass es eigentlich der Name ja schon mal verrät, aber jetzt gerade so im Einbauen, in dem was danach der OP kommt und welcher Gelenkersatz ist für welchen Typ von Patienten denn mehr geeignet?
00:08:38: Sehr gutes Thema.
00:08:39: Man muss nicht immer ein ganzes Kniegelenk machen.
00:08:41: Die Teilprothese oder auch die Schlittenprothese, wie es so häufig genannt wird, man muss sich das grob vorstellen, dass ein Kniegelenk so aus drei Knorpeltragenden Anteilen besteht, die innen und die Außenseite und hinter der Kniescheibe.
00:08:52: Und man muss nicht immer das ganze Knie ersetzen, wenn man jetzt nur ein Teil davon isoliert, geschädigt hat und das auch zur Symptomatik passt, dann kann man das auch selektiv ersetzen, weil eins muss man sich klarmachen, Metall ist nie besser als die Biologie, die man selber von Natur aus hatte.
00:09:07: Das heißt, was man kann, was nicht verbessern, indem man was gesundes durch Metall ersetzt.
00:09:12: Und es hat noch einen ganz entscheidenden Vorteil.
00:09:14: Bei der Teilprothetik erhält man vor allem auch das vordere Kreuzband, was für die Kinematik, also die Gelenkintelligenz oder die Bewegungsintelligenz des Kniegelenkens eine sehr, sehr hohe Bedeutung hat.
00:09:24: Die kann man bzw.
00:09:25: muss man erhalten, weil den Schlittenprothesen, sodass sich das etwas biologischer mit weniger Metall... weniger Fremdkörper anfühlt.
00:09:33: Die Reha ist etwas schneller.
00:09:36: Man hat einen höheren Bewegungsradius in der Regel, sodass die Teilprothesen auch knochensparender sind für eventuell noch anstehende Folgeoperationen, wenn man zum Beispiel ein jüngerer Patient ist.
00:09:47: Aber auch für den älteren Patient, der isoliert das Problem hat, dass die Teilprothesen eine sehr gute Wahl.
00:09:51: Man erkennt es daran, wenn jemand Erfahrung hat, die hohe Stückzahl eines Operateurs ist, Wenn man so ein Drittel ungefähr aufwärts mit einer Teilprothese versorgt, dann entsteht da wirklich eine hohe Kompetenz auch da und auch viel Erfahrung, was die Teilprothese angeht.
00:10:08: Das Wichtigste bei der Teilprothese ist, dass die Auswahl für den richtigen Patienten in der Sprechstunde fallen muss.
00:10:13: Das ist immer so.
00:10:14: die Idee, dass man sich vorstellt, guck mal rein und entscheidet dann, was du machst, das funktioniert überhaupt nicht.
00:10:19: Es gibt Situationen, wo man kleinere Abnutzungen auf anderen Seiten im Kniegelenk haben kann, die überhaupt keine Rolle spielen.
00:10:27: Das muss zur Symptomatik, zum Wunsch und auch zum Typ vom Patient passen.
00:10:29: Und dazu muss man sich die Leute in der Sprechstunde angucken und schauen, wo der Schmerz ist und die Entscheidung eigentlich vorherfällt.
00:10:34: Und damit kommt man eigentlich am weitesten und hat damit dann, wenn man Teilprothesen macht, die besten Ergebnisse.
00:10:40: Unterscheiden sich da jetzt die Grenzen von der vollen Knieprothese oder wo liegen die Grenzen bei einer Teilprothese?
00:10:47: Also Sie haben es ja jetzt als positivere Lösung quasi im Bewegungsumfang jetzt dargestellt, aber gibt es auch Nachteile, die die Teilprothese mit sich bringt?
00:10:54: Das wollte ich jetzt damit gar nicht sagen.
00:10:55: Es ist so, dass eine Teilprothese für den ausgewählten Patienten, der nur ein isoliertes Problem hat, eine sehr, sehr gute Wahl ist.
00:11:03: Natürlich kann man den auch mit der Komplettprothese versorgen.
00:11:06: Da hat der Patient ja manchmal auch Vorstellungen, was er so gehört hat.
00:11:09: Manche Leute sind sehr fixiert drauf, dass sie sagen, sie wollen einen Teilgelenk oder eben gerade nicht.
00:11:14: Man soll die Leute dann auch nicht zwingend überzeugen.
00:11:17: Man kann führen, man kann beraten dazu, aber wenn jetzt jemand Partu keinen Teilgelenk will und es würde vielleicht noch gehen, dann halte ich das für nicht sinnvoll, ihm da jetzt eine Teilprothese wirklich mit Druck zu verkaufen.
00:11:29: Darum geht es auch gar nicht, sondern man muss wirklich auch die... individuellen Aspekte dann des Patienten, weil wir eben Menschen und keine Autos sind.
00:11:37: Ich sag bei der Teilprothese immer, muss ich das vorstellen wie bei einem Auto, wenn man kaputten Reifen hat.
00:11:44: Man kann sich auch ein neues Auto kaufen, das funktioniert natürlich auch.
00:11:47: Und so ist es ungefähr, wenn man eben einen isolierten Schaden im Kniegelenk hat.
00:11:52: Man kann das auch komplett ersetzen.
00:11:53: Es gibt Situationen, wenn die Gelenkfunktion und es ist... Für mich eine der ausschlaggebenden Kriterien, nämlich die Gelenkfunktion, schlechter wird.
00:12:01: Und wenn das Knie insgesamt einfach vom Anfassen her, von der Palpation, vom Schwellungszustand, vom Schmerzsyndrom, von den MRT-Bildern her einfach insgesamt krank wird, dann muss man mit Teilprothesen sehr, sehr vorsichtig sein, wo man dann den ganzen Kniegelenk macht.
00:12:17: Also gerade wenn jemand große Achsverschiebungen hat, also sehr krumm oder sehr x-meinig ist, oder wenn jemand schlecht bewegt oder so einen diffusen Schmerz hat, im gesamten Knie gelingt das die Talprothese.
00:12:29: keine gute Wahl.
00:12:30: Das heißt, beides hat seine Berechtigung.
00:12:32: Das soll auf keinen Fall heißen, dass es eine besser als das andere ist.
00:12:35: Es muss einfach zum Patient und zum Problem passen.
00:12:39: Wenn man Patiententeilprothese macht und er hat dann auf der anderen Seite Schmerzen, dann hat man auch nicht die richtige Wahl getroffen.
00:12:45: Das heißt, es ist entscheidend, dass man das richtige raussucht.
00:12:48: Beides hat seine Berechtigung.
00:12:50: Momentan ist immer noch so, dass weit über fünfzig Prozent Vollprothesen eingebaut werden und es hat absolut seine Berechtigung.
00:12:56: Wir holen abschließend immer von den Experten ein.
00:12:58: Experten-Tipp ein.
00:13:00: Und Sie würde ich jetzt gerne fragen, vielleicht auch noch mal so ein bisschen zusammenfassend, welchen wichtigen Tipp geben Sie denn den Patienten, die jetzt gerade in der Situation sind herauszufinden, ob eine Knie-OP stattfinden soll und vor allem halt welche Prothesenform.
00:13:13: Also was ist so die richtige Entscheidung und welche Frage muss man sich selbst und vielleicht auch den behandelnden Orthopäden stellen in der Situation?
00:13:21: Ich glaube das Wichtigste ist, dass einem klar sein muss, dass es immer noch eine Operation ist und es ist ... mittelmäßige Operation.
00:13:28: Also es schon, da passiert schon was und es hat auch ein gewisses Restrisikoprofil und man hat am meisten Erfolg bei der Versorgung von Patienten, wenn der Punkt erreicht ist, wie ich es vorher schon gesagt habe, dass einfach alles andere ausgereizt ist und das ist so.
00:13:43: einfach nicht mehr weitergeht.
00:13:44: Das ist so die Frage, die ich den Patienten immer stellen sage, sind sie jetzt an einem Punkt, wo sie sagen, sie sind in ihrer Lebensqualität so eingeschränkt, dass nachdem sie alles ausgereizt haben, sie sagen, so wie sie jetzt ist, können sie auf keinen Fall weitermachen.
00:13:54: Wenn das erreicht ist und das eben nicht erst seit drei Tagen, sondern mindestens seit drei Monaten, eher sechs Monaten ist, das sind nur so ein bisschen die Leitlinien, die uns davor gegeben werden, dass da eben auch konservativ anbehandelt wird.
00:14:04: Das heißt, man soll nicht jeden gleich operieren, der drei Tage Knieschmerzen hat.
00:14:07: Das ist klar.
00:14:09: Sehen wir im Zentrum natürlich nicht, weil die Leute meistens schon jahrelange Geschichte haben.
00:14:13: Aber das ist entscheidende, dass diese Frage, dass man die sich selber stellt und man muss mit einem guten Gefühl hineingehen.
00:14:23: Das ist natürlich immer schwierig, weil kein Mensch geht, ganz und operieren, ich auch nicht.
00:14:27: Deswegen, das ist normal, aber es muss so sein, dass man das Gefühl hat, ja, ich brauche das jetzt.
00:14:31: Wenn man so das Gefühl hat, Ja, geht eigentlich noch, aber ich würde gerne nächstes Jahr statt ein Tausend Fünfhundert Höhenmeter wandern, am Tag drei Tausend Höhenmeter wandern, weil die Tausend Fünfhundert Meter noch ganz gut gehen, aber ich würde gerne noch mehr machen und wähle jetzt ein neues Knie, das wird ganz sicher nicht funktionieren.
00:14:47: Solche Leute gibt es und es ist wichtig, dass man das herausfiltert, weil da wird man keine Erfolg haben, eine Vollprothese.
00:14:52: Und für den Patient ist es wichtig, dass ein Operateur und einen Zentrum erwischt, wo mit sehr... hoher Fallzahl und mit sehr hoher Expertise operiert wird.
00:15:04: Es ist so speziell geworden in der Knieversorgung wie in allen Gelenken, dass es eben nicht mehr diesen Allgemeintherogen gibt, der zwei Blindarme macht und dann vielleicht noch fünfzehn Schultern operiert und noch zwei Knieprothesen im Jahr.
00:15:21: Das wird für alles nicht so richtig funktionieren.
00:15:23: Man braucht wirklich Spezialisten.
00:15:25: weil es so ein komplexes Thema geworden ist, das mit hoher Stückzahl, hoher Expertise und auch mit, sagen wir mal, ein bisschen Liebe und Gefühl fürs Detail operiert wird.
00:15:36: Das Wichtigste ist, der Operateur muss zum Patient passen und andersrum auch.
00:15:39: Das ist was Entscheidendes.
00:15:41: Also, wenn man kein gutes Gefühl hat, beim Operateur ist es vielleicht nicht das Richtige.
00:15:44: Man muss da irgendwie auch zueinander passen.
00:15:46: Es ist eben nicht Autos reparieren.
00:15:48: Und wenn man ein empathischen Doktor hat, Dass sie, wo man das Gefühl hat, dass der sich seinen Problem annimmt, dann denke ich, ist man da bei einem Experten am besten aufgehoben.
00:15:58: Und da sind wir hier, glaube ich, mit des für uns die Zentrum im Land.
00:16:02: Das war die neue Folge des Podcasts ARCUS bewegt.
00:16:07: Wenn Sie weitere Fragen oder Anregungen haben oder bestimmte Themen hören möchten, schreiben Sie uns doch gerne.
00:16:14: Und natürlich freuen wir uns, wenn Sie beim nächsten Mal wieder mit dabei sind.
00:16:19: Bis dahin bleiben Sie gesund und vor allem in Bewegung.
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