ARCUS bewegt: Wenn das Knie Alarm schlägt - OD verstehen

Shownotes

In dieser Episode des Podcasts "ARCUS bewegt" konzentrieren wir uns auf das Thema Osteochondrosis dissecans (OD), eine Erkrankung, die für viele Betroffene kompliziert und beunruhigend klingt, jedoch relativ häufig vorkommt. Dr. Julian Flügel, ein Experte aus den ARCUS-Kliniken, führt uns durch die verschiedenen Aspekte dieser Erkrankung, angefangen bei der Ursache bis hin zu den besten Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.

Dr. Flügel erklärt, dass OD eine erworbene Osteonekrose ist, die die Verbindung zwischen Knorpel und Knochen stört. Der Prozess beginnt mit einer Minderdurchblutung des betroffenen Knochenbereichs, was schließlich zu einer Ablösung des Knorpel-Knochenfragments führen kann. Diese sogenannten Gelenkmäuse können gefährlich für das Kniegelenk sein, da sie die Belastung ungleichmäßig verteilen und langfristig zu Arthrose führen können. Es ist von entscheidender Bedeutung, die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

Im Verlauf des Gesprächs werden spezifische Patientengruppen beleuchtet - insbesondere Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren, die aktive Sportler sind. Dr. Flügel erläutert, dass die Erkrankung nicht ausschließlich durch sportliche Aktivitäten verursacht wird, sondern durch die Art und Weise, wie der Körper belastet wird, insbesondere durch schnelle Bewegungen und wiederholtes Springen. Er beschreibt die verschiedenen Symptome, die auf eine OD hinweisen können, wie diffuse Schmerzen im Knie, die oft mit Belastung zunehmen.

Die Diagnostik erfolgt in der Regel mittels Röntgenbildern, gefolgt von MRT-Untersuchungen, die eine genauere Beurteilung des Schweregrades der Erkrankung ermöglichen. Dr. Flügel führt uns durch die verschiedenen Stadien der OD, beginnend bei stabilen, leicht erkennbaren Veränderungen bis hin zu instabilen Stadien, in denen der Schaden bereits fortgeschritten ist.

In Bezug auf die Behandlungsmöglichkeiten diskutiert Dr. Flügel sowohl konservative als auch operative Ansätze. Bei frühen Stadien wird zunächst eine Sportpause empfohlen, während physiotherapeutische Maßnahmen zur Stabilisierung des Knies beitragen können. Sollten diese Methoden nicht ausreichen, stehen mehrere chirurgische Verfahren zur Verfügung, darunter die Kniespiegelung und verschiedene Techniken zur Wiederherstellung des Knorpel-Knochen-Komplexes.

Dr. Flügel betont jedoch auch, dass selbst in fortgeschrittenen Fällen noch Hoffnung besteht und moderne chirurgische Techniken eine Erhaltung des Knies ermöglichen können. Der Heilungsprozess ist äußerst individuell; in der Regel müssen Patienten nach einer Operation für mehrere Wochen ihr Knie schonen, gefolgt von einem intensiven Rehabilitationsprogramm.

Abschließend betont Dr. Flügel die Wichtigkeit der frühzeitigen medizinischen Abklärung und der ernsthaften Auseinandersetzung mit Beschwerden. Er gibt Ratschläge, die darauf abzielen, auch den Heilungsprozess zu unterstützen und potenzielle Risikosportarten zu minimieren. Die Episode schließt mit einem vertraulichen Apell an die Hörer, achtsam mit ihrem eigenen Körper umzugehen und Schmerzen ernst zu nehmen, um langfristige gesundheitliche Konsequenzen zu vermeiden.

Alle Informationen rund um die ARCUS Kliniken, den Podcast und die Events finden Sie hier:
linktr.ee/arcuskliniken

Transkript anzeigen

Dr. Med. Julian Flügel: ARCUS bewegt, der Podcast direkt aus den ARCUS Kliniken in Pforzheim.

Dr. Med. Julian Flügel: Unsere Spezialisten beantworten ihre Fragen rund um den Gelenkersatz und die Sporttraumatologie.

Dr. Med. Julian Flügel: Von der Diagnose bis zur Reha.

Dr. Med. Julian Flügel: Immer dienstags um 18 Uhr mit unserer Moderatorin Lisa Bornbaum.

Dr. Med. Julian Flügel: Stellen Sie uns Ihre Fragen in den Kommentaren. Und jetzt viel Spaß mit der

Dr. Med. Julian Flügel: neuen Folge ARCUS bewegt.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Arcus Bewegt.

Moderatorin Lisa Bornbaum: In der heutigen Folge sprechen wir über eine Diagnose, die kompliziert klingt,

Moderatorin Lisa Bornbaum: aber eigentlich gar nicht so selten ist.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Osteochondrosis dissecans, kurz OD. Was passiert dabei eigentlich im Knie und

Moderatorin Lisa Bornbaum: warum kann die Erkrankung für das Gelenk gefährlich werden? Unser heutiger Experte Dr.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Med. Flügel erklärt uns Schritt für Schritt, wie es zu einer OD kommt,

Moderatorin Lisa Bornbaum: wen sie besonders häufig betrifft und welche Symptome frühzeitig alarmieren

Moderatorin Lisa Bornbaum: sollten. Wir klären, wie die Erkrankung diagnostiziert wird,

Moderatorin Lisa Bornbaum: welche Stadien es gibt und welche Behandlungsmöglichkeiten wirklich helfen können.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Von konservativen Maßnahmen bis hin zu modernen operativen Verfahren.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Wir fragen nach, ob und wie sich das Knie retten lässt, selbst wenn der Knorpel

Moderatorin Lisa Bornbaum: schon stark geschädigt ist.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Und natürlich interessiert uns auch, wie gut sind die Heilungschancen,

Moderatorin Lisa Bornbaum: wie lange dauert die Genesung und was können Betroffene selbst eigentlich tun.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Wir freuen uns auf eine spannende und aufschlussreiche Folge und damit heiße

Moderatorin Lisa Bornbaum: ich Sie herzlich willkommen, Dr. Med Julian Frieden.

Dr. Med. Julian Flügel: Ja, schönen guten Tag zusammen. Mein Name ist Julian Flügel.

Dr. Med. Julian Flügel: Ich bin jetzt hier seit mehreren Jahren an der Arcus-Klinik und habe mich in

Dr. Med. Julian Flügel: den letzten Jahren auf das Kniegelenk spezialisiert.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Ja, ums Knie soll es heute auch gehen, um die sogenannte OD.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Was heißt das denn aber wirklich und was passiert da genau im Knie?

Dr. Med. Julian Flügel: Ja, die OD, das ist eine Kurzbezeichnung und ist ausgesprochen die Ostechondrose

Dr. Med. Julian Flügel: Dissekans und der Name ist tatsächlich etwas lang und sperrig.

Dr. Med. Julian Flügel: Wenn man ihn aber auseinander nimmt, ist Osteo der Knochen.

Dr. Med. Julian Flügel: Chontros der Knorpel und Dissekans heißt so viel wie sich ablösend und das beschreibt

Dr. Med. Julian Flügel: eigentlich die Erkrankung schon sehr gut.

Dr. Med. Julian Flügel: Demnach ist die ODE eine umschriebene und eine erworbene Osteonekrose,

Dr. Med. Julian Flügel: die zu einer Störung dieser Knorpel-Knochenverbindung führt.

Dr. Med. Julian Flügel: Das betroffene Knochenareal direkt unter dem Knorpel verliert aufgrund der Minderdurchblutung

Dr. Med. Julian Flügel: die Fähigkeit, den Knorpel zu ernähren oder auch anders gesagt,

Dr. Med. Julian Flügel: der Knorpel verliert sozusagen seinen Nährboden.

Dr. Med. Julian Flügel: Und wenn dieser Prozess dann weiter fortschreitet, kann sich dieses Knorpel-Knochenfragment

Dr. Med. Julian Flügel: tatsächlich ablösen und man spricht dann von der sogenannten Gelenkmaus,

Dr. Med. Julian Flügel: weil sich dieses freie Stück dann im Kniegelenk bewegen kann.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Ist es denn gefährlich fürs Kniegelenk oder betrifft es dann wirklich nur den Knorpel?

Dr. Med. Julian Flügel: Ja, absolut. Das kann gefährlich sein

Dr. Med. Julian Flügel: für das Kniegelenk. Wenn sich so ein Knorpelknochenstück nämlich ablöst,

Dr. Med. Julian Flügel: entsteht an dieser Stelle so ein Defekt und der Knorpel ist dort nicht mehr

Dr. Med. Julian Flügel: intakt und die Belastung wird dann ungleichmäßig verteilt und kann langfristig

Dr. Med. Julian Flügel: zu einem beschleunigten Knorpelabrieb führen.

Dr. Med. Julian Flügel: Und da sich der Knorpel eigentlich ja nicht mehr regenerieren kann,

Dr. Med. Julian Flügel: wird so der Weg in Richtung Arthrose geebnet.

Dr. Med. Julian Flügel: Und deshalb ist es wichtig, die OD, beziehungsweise die Osteothrose Dissekans,

Dr. Med. Julian Flügel: rechtzeitig zu erkennen und auch zu behandeln.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Sie haben jetzt davon gesprochen, dass es ja eine Abnutzungskrankheit ist.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Wer bekommt die denn überhaupt und ist es denn so eine sogenannte Sportlerkrankheit?

Dr. Med. Julian Flügel: Ja, es betrifft vor allem Kinder und Jugendliche im Wachstumsalter,

Dr. Med. Julian Flügel: meistens so zwischen 10 und 20 Jahren und sind vor allem sportlich aktive Kinder,

Dr. Med. Julian Flügel: die vor allem viel laufen und springen.

Dr. Med. Julian Flügel: Jungs sind häufiger betroffen als Mädchen, aber diese Erkrankung kann natürlich

Dr. Med. Julian Flügel: auch bei Erwachsenen auftreten.

Dr. Med. Julian Flügel: Dort ist aber meist eine Folge einer ausgeheilten jugendlichen Osteontose-Dissekanz

Dr. Med. Julian Flügel: oder aufgrund von Überlastungen oder von Mikrotraumata.

Dr. Med. Julian Flügel: SportlerInnen sind schon häufiger betroffen, aber die OD ist jetzt nicht eine

Dr. Med. Julian Flügel: reine Sportverletzung, sondern eher eine Belastung und Durchblutungsstörung.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Wenn es denn keine typische Sportlerkrankheit

Moderatorin Lisa Bornbaum: ist, gibt es denn bestimmte Sportarten, die das fördern können?

Dr. Med. Julian Flügel: Ja, also diese Krankheit liegt jetzt nicht wirklich an zu viel Sport,

Dr. Med. Julian Flügel: sondern an der Art der Belastung.

Dr. Med. Julian Flügel: Also schnelle Richtungsbewegungen, Stop-and-Go-Bewegungen, aber vor allem die

Dr. Med. Julian Flügel: regelmäßige, repetitive Sprungbelastung.

Dr. Med. Julian Flügel: Da ist vor allem das Trampolin ein hoher Risikofaktor.

Dr. Med. Julian Flügel: Da kommt es nämlich zu hohen Drücken auf diesen Knochen und so kann es zu diesen

Dr. Med. Julian Flügel: Durchblutungsstörungen kommen und da die Erkrankung auslösen.

Dr. Med. Julian Flügel: Also kurz gesagt, der Sport ist nicht die Ursache, aber er ist ein deutlicher

Dr. Med. Julian Flügel: Verstärker dieser Erkrankung.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Und was sind die Anzeichen, bei denen ich hellhörig werden sollte?

Moderatorin Lisa Bornbaum: Also welchen Schmerz oder welche Abläufe funktionieren nicht mehr und wann sollte

Moderatorin Lisa Bornbaum: ich den Orthopäden aufsuchen?

Dr. Med. Julian Flügel: Ja, das ist leider nicht ganz so einfach, weil der Schmerz sehr unspezifisch ist.

Dr. Med. Julian Flügel: Meist beginnt es mit diffusen Schmerzen im Kniegelenk, vor allem bei der Belastung.

Dr. Med. Julian Flügel: Etwa nach dem Sport oder manchmal auch nach dem Treppensteigen,

Dr. Med. Julian Flügel: dass da Schmerzen auftreten.

Dr. Med. Julian Flügel: Und gerade bei Jugendlichen kompensieren diesen Schmerz sehr lange.

Dr. Med. Julian Flügel: Und deswegen wird halt die OD auch erst so spät entdeckt.

Dr. Med. Julian Flügel: Viele Patienten berichten, dass das Knie wehtut, aber sie gar nicht genau sagen

Dr. Med. Julian Flügel: können, wo das schmerzt.

Dr. Med. Julian Flügel: Und deshalb ist es so wichtig, dass man da hellhörig wird und rechtzeitig zum

Dr. Med. Julian Flügel: Arzt geht, sich vorstellt und das abklären lässt.

Dr. Med. Julian Flügel: Weil mit der Zeit kommt es dann langsam zu Belastungseinschränkungen,

Dr. Med. Julian Flügel: meistens kommen auch Schwellungen oder das Gefühl letztendlich,

Dr. Med. Julian Flügel: dass das Knie mal blockieren kann oder instabil wird.

Dr. Med. Julian Flügel: Und dann ist es eigentlich schon so weit, dass es sich so ein freier Gelenkkörper

Dr. Med. Julian Flügel: gebildet hat und der auch diese Blockaden auslösen kann.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Wie kann man den sehen? Also wie findet da die Bildgebung statt?

Moderatorin Lisa Bornbaum: Welche kann man da zu Rate ziehen?

Dr. Med. Julian Flügel: Ja, da ist das Röntgenbild tatsächlich so auch meistens der erste Schritt.

Dr. Med. Julian Flügel: Da kann man schon typische Veränderungen sehen, besonders an der medialen Femurkondyle.

Dr. Med. Julian Flügel: Das ist die innere Oberschenkelrolle. Da ist diese Krankheit am häufigsten zu finden.

Dr. Med. Julian Flügel: Man sieht da Aufhellungen oder Eindellungen im Knochen.

Dr. Med. Julian Flügel: Aber um das Ganze genau zu beurteilen, vor allem wie tief der Schaden ist und

Dr. Med. Julian Flügel: wie intakt der Knorpel noch ist, ist es wichtig, eigentlich so MRT durchzuführen.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Gibt es denn verschiedene Stadien der Krankheit? Baut die sich über die Jahre

Moderatorin Lisa Bornbaum: auf, verschlimmert die sich oder ist, wenn der Knorpel einmal raus ist,

Moderatorin Lisa Bornbaum: quasi das Endstadium schon erreicht?

Dr. Med. Julian Flügel: Ja, es gibt also verschiedene Stadien, die uns auch da weiterhelfen.

Dr. Med. Julian Flügel: Deswegen ist eigentlich die MRT das wichtige Diagnostikum bei dieser Erkrankung.

Dr. Med. Julian Flügel: Man kann da entscheiden zwischen einer stabilen und einer instabilen OD und

Dr. Med. Julian Flügel: das ist natürlich dann auch entscheidend, wie die weitere Therapie ist.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Sie haben es jetzt schon angesprochen, die Therapie?

Moderatorin Lisa Bornbaum: Welche Therapiemöglichkeiten gibt es denn? Also startet man hier direkt operativ

Moderatorin Lisa Bornbaum: oder welche konservativen Maßnahmen werden da erstmal genommen?

Dr. Med. Julian Flügel: Also ja, es gibt ja verschiedene Stadien. Im Endeffekt sind es vier Stück. Es gibt das Stadium 1.

Dr. Med. Julian Flügel: Das sieht man im MRT im Knochen bereits schon so gewisse diffuse Aufhellungen.

Dr. Med. Julian Flügel: Aber der Knorpel darüber über dem Knochen ist noch gesund und stabil.

Dr. Med. Julian Flügel: Dann gibt es noch dieses zweite Stadium. Da haben wir eine klare Trennlinie

Dr. Med. Julian Flügel: des geschädigten Knochens und der Knorpel ist da weiterhin fest und stabil.

Dr. Med. Julian Flügel: Und dann kommen wir zu Stadium 3 und 4, da wird das Knorpelknochenstück dann langsam instabil.

Dr. Med. Julian Flügel: Wir haben bei Stadium 3 so einen Flüssigkeitszaum unter dem Knorpelfragment

Dr. Med. Julian Flügel: und dieses ist dann schon teilweise gelockert oder droht zu lösen.

Dr. Med. Julian Flügel: Und Stadium 4 ist dann dieses Fragment vollständig abgelöst und kann zu dieser

Dr. Med. Julian Flügel: sogenannten Gelenkmaus werden.

Dr. Med. Julian Flügel: Und deswegen ist es so wichtig, so früh wie möglich die Erkrankung zu erkennen

Dr. Med. Julian Flügel: und auch dann zu behandeln.

Dr. Med. Julian Flügel: Wichtig ist es gerade, weil die Patienten ja alle sehr jung sind,

Dr. Med. Julian Flügel: dass die Therapie und die Diagnose sehr früh stattfindet und wir richten uns

Dr. Med. Julian Flügel: natürlich immer nach dem Alter, dem Stadium und der Größe des Defekts.

Dr. Med. Julian Flügel: In frühen Stadien, wenn sich das Knorpel-Knochen-Fragment noch nicht gelöst

Dr. Med. Julian Flügel: hat, versuchen wir zunächst eine konservative Therapie.

Dr. Med. Julian Flügel: Das bedeutet erstmal eine Sportpause, manchmal muss man auch Unterarmgestützen

Dr. Med. Julian Flügel: verordnen mit einer gewissen Teilbelastung für mehrere Wochen.

Dr. Med. Julian Flügel: Begleiten kann dann Physiotherapie helfen, um die Muskelatur aufzubauen und

Dr. Med. Julian Flügel: zu stabilisieren. und bei vielen Kindern und Jugendlichen halt diese Erkrankung dann auch gut

Speaker2: Gut aus. Wenn die konservativen Behandlungsmethoden jetzt nicht anschlagen sollten,

Speaker2: was wäre dann der nächste Schritt, den man da geht?

Speaker2: Ja, wenn es nicht zum Erfolg führt, dann sind natürlich die operativen Verfahren gefragt.

Speaker2: Hierzu haben wir dann auch mehrere Möglichkeiten, abhängig von dem Stadium der OD.

Speaker2: Das sind ja meistens Stadium 3 und 4. Da gibt es zum einen die Möglichkeit,

Speaker2: dass man so eine Kniespiegelung macht und dieses Fragment anbohrt.

Speaker2: Wir machen so kleine Bohrkanäle in den geschädigten Knochen,

Speaker2: um die Durchblutung wieder anzuregen.

Speaker2: Es gibt dann schon, wenn sich das Fragment etwas gelöst hat,

Speaker2: kann man dieses wieder refixieren.

Speaker2: Dazu haben wir kleine Schrauben oder Pins, um es wieder zu befestigen.

Speaker2: Bei größeren Defekten kann man dann solche körpereigenen Knorpel-Knochenzylinder

Speaker2: nehmen, um diesen Defekt wieder auszufüllen und

Dr. Med. Julian Flügel: Das ist meist diese Oats-Technik, die man kennt. Und wenn das alles nicht mehr

Dr. Med. Julian Flügel: hilft, ist noch die Knorpelzelltransplantation, die man zur Behandlung nehmen kann.

Dr. Med. Julian Flügel: Und da wird dann Knorpel während der ersten Operation aus dem Gelenk entnommen, um das zu züchten.

Dr. Med. Julian Flügel: Und dann in der weiteren Operation wird das Ganze wieder in den Defekt eingepflanzt.

Dr. Med. Julian Flügel: Ziel ist es immer, den ursprünglichen Knorpel-Knochenkomplex zu erhalten und

Dr. Med. Julian Flügel: biologisch wieder hochwertig herzustellen.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Wenn wir jetzt mal vom Worst Case ausgehen und die Krankheit wirklich sehr,

Moderatorin Lisa Bornbaum: sehr spät festgestellt wird und der Knorpel schon sehr stark zerstört ist,

Moderatorin Lisa Bornbaum: gibt es da noch Hoffnung und welche Möglichkeiten stehen da noch zur Verfügung?

Dr. Med. Julian Flügel: Unser oberstes Ziel ist immer der Kniegelenkerhalt und vor allem,

Dr. Med. Julian Flügel: weil das Patientkollektiv sehr jung ist.

Dr. Med. Julian Flügel: Wenn jedoch das trotzdem sehr vorangeschritten ist, der ganze Schaden,

Dr. Med. Julian Flügel: besteht immer noch der Versuch, weiterhin den Kniegelenkserhalt durch die bereits

Dr. Med. Julian Flügel: schon erwähnten Verfahren wie die Knorpelzelltransplantation oder diese OATS-Technik

Dr. Med. Julian Flügel: das Kniegelenk irgendwie zu erhalten.

Dr. Med. Julian Flügel: Aber wir sehen jetzt auch kombinierte Verfahren, die wir da einsetzen.

Dr. Med. Julian Flügel: Bei Erwachsenen, die bereits jedoch schon Folgeschäden entwickelt haben,

Dr. Med. Julian Flügel: kann langfristig so ein Kniegelenksersatz notwendig werden.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Wie lange dauert denn die Heilung? Also auch hier haben wir wahrscheinlich wieder

Moderatorin Lisa Bornbaum: ein super individuelles Krankheitsbild. Aber wie ist denn so der Ablauf dann?

Moderatorin Lisa Bornbaum: Wie lange zieht der sich?

Dr. Med. Julian Flügel: Also prinzipiell ist natürlich individuell das Ganze auszumachen,

Dr. Med. Julian Flügel: je nachdem, welche Behandlung da eingeschlagen wurde.

Dr. Med. Julian Flügel: Aber man kann grundlegend sagen, dass das Kniegelenk.

Dr. Med. Julian Flügel: Nach solchen Operationen circa sechs Wochen entlastet werden sollte und das

Dr. Med. Julian Flügel: erfolgt meistens an Unterarmgestützen.

Dr. Med. Julian Flügel: Anschließend folgt eine Phase mit Physiotherapie und Mobilisation sowie Aufbau

Dr. Med. Julian Flügel: der Muskulatur und das Ganze dauert mehrere Monate, wo das Knie nicht voll belastbar

Dr. Med. Julian Flügel: ist, manchmal bis zum halben Jahr.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass der Schaden konservativ behoben werden kann

Moderatorin Lisa Bornbaum: oder mit in Anführungszeichen leichten OP-Verfahren, also nicht die ganz schwerwiegenden,

Moderatorin Lisa Bornbaum: gibt es denn die Möglichkeit, dass eine OD wieder komplett verheilt und das

Moderatorin Lisa Bornbaum: Knie wieder in einen gesunden Zustand zurückkehrt?

Dr. Med. Julian Flügel: Je älter der Patient ist und je weiter fortgeschritten die OD,

Dr. Med. Julian Flügel: desto schwieriger ist das Ganze natürlich.

Dr. Med. Julian Flügel: Aber selbst bei fortgeschrittenen Fällen kann man mit der modernen Chirurgie

Dr. Med. Julian Flügel: heutzutage noch sehr viel erreichen. Letztendlich bleibt auch gerade bei den

Dr. Med. Julian Flügel: älteren Patienten immer noch die Möglichkeit eines Endeprothetischen,

Dr. Med. Julian Flügel: vor allem Teilersatz, um das Kniegelenk wieder schmerzfrei zu kriegen.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Was sollte ein Patient tun, wenn er von einer OD hört oder der Verdacht der OD vorliegt?

Dr. Med. Julian Flügel: Also erstens ist es meiner Meinung nach wichtig, die Erkrankung ernst zu nehmen,

Dr. Med. Julian Flügel: aber es ist doch eine behandelbare und gut heilbare Erkrankung.

Dr. Med. Julian Flügel: Zweitens, sobald Schmerzen auftreten, sollte eine frühe Abklärung erfolgen,

Dr. Med. Julian Flügel: vor allem wenn das Knie immer wieder schmerzt.

Dr. Med. Julian Flügel: Drittens ist es wichtig, die Bewegung nach Maß anzustreben und auch den ärztlichen

Dr. Med. Julian Flügel: Kontrollen ernst zu nehmen.

Dr. Med. Julian Flügel: Gerade die konsultive Therapie, da hier auch wirklich gute Erfolge erzielt werden können.

Dr. Med. Julian Flügel: Und viertens, je nachdem, welche Therapie eingeschlagen wird,

Dr. Med. Julian Flügel: ist Geduld sehr wichtig.

Dr. Med. Julian Flügel: Und wie gesagt, mit der heutigen Therapie und der modernen Medizin lässt sich

Dr. Med. Julian Flügel: in sehr vielen Fällen das eigene Gelenk erhalten.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Zum Ende der Folge bitten wir immer noch unsere Experten um einen Tipp.

Moderatorin Lisa Bornbaum: Meine Frage an Sie wäre jetzt, was denn der Betroffene selbst tun kann,

Moderatorin Lisa Bornbaum: um den Heilungsprozess zu unterstützen und ob man eine Idee überhaupt auch selbst vorbeugen kann.

Dr. Med. Julian Flügel: Ja, das Wichtigste ist, auf den Körper zu hören. Wenn das Knie schmerzt,

Dr. Med. Julian Flügel: besonders bei Jugendlichen im Wachstumalter, sollte man die Sache ernst nehmen

Dr. Med. Julian Flügel: und nicht einfach sozusagen durchtrainieren.

Dr. Med. Julian Flügel: Den Schmerz unterdrücken. Wichtig ist einfach leichte Belastungen,

Dr. Med. Julian Flügel: gezielter Muskelaufbau und gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren sind ideal.

Dr. Med. Julian Flügel: Und vor allem, die wichtig ist, oder was man den Patienten ans Herz legen sollte,

Dr. Med. Julian Flügel: ist vor allem diese regelmäßige Stoßbelastung, da ist wirklich dieses Trampolinspringen ganz wichtig,

Dr. Med. Julian Flügel: dass das vor allem im jungen Wachstumalter doch eher reduziert bzw. vermieden wird.

Dr. Med. Julian Flügel: Das war die neue Folge des Podcasts Arcus bewegt.

Dr. Med. Julian Flügel: Wenn Sie weitere Fragen oder Anregungen haben oder bestimmte Themen hören möchten,

Dr. Med. Julian Flügel: schreiben Sie uns doch gerne.

Dr. Med. Julian Flügel: Und natürlich freuen wir uns, wenn Sie beim nächsten Mal wieder mit dabei sind.

Dr. Med. Julian Flügel: Bis dahin, bleiben Sie gesund und vor allem in Bewegung.

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