ARCUS bewegt: Hüftarthrose

Shownotes

In dieser Episode von "ARCUS bewegt - Der Podcast für Gelenkersatz und Sporttraumatologie" dreht sich alles um Hüftarthrose, die wahrscheinlich zweithäufigste Erkrankung in den ARCUS Kliniken.

Ich habe Dr. Matthias Hauschild, eingeladen, um über die Prinzipien der Hüftgelenksarthrose und die damit verbundenen Behandlungsoptionen zu sprechen. Dr. Hauschild teilt seine Expertise über die Ursachen und Symptome von Hüftarthrose, und wir erkunden gemeinsam, wie diese Erkrankung das tägliche Leben der Patienten beeinflusst. Wir beginnen mit einer grundlegenden Erklärung der Hüftarthrose und ihrem Vergleich zu Kniearthrose. Dr. Hauschild erläutert, dass es zwar ähnliche degenerative Veränderungen gibt, jedoch spezifische Unterschiede in der Anatomie und Funktionalität der Gelenke bestehen. Typische Symptome einer
Hüftarthrose sind Leistenschmerzen, Einschränkungen bei alltäglichen Bewegungen wie dem Anziehen von Socken und eine reduzierte
Gehstrecke. Der Patient selbst spielt eine zentrale Rolle bei der Diagnosestellung, da er genaue Angaben zu seinen Beschwerden machen muss, bevor wir an bildgebende Verfahren wie MRT oder Röntgen denken. Die Behandlung beginnt in der Regel mit konservativen Maßnahmen. Dr.
Hauschild hebt hervor, dass der Fokus immer auf der Linderung von Symptomen liegt, bevor eine Operation in Betracht gezogen wird. Wir
diskutieren, dass Bewegungstraining, Muskelaufbau und medikamentöse Therapien primäre Mittel zur Behandlung der Hyperstoßsymptomatik
sind. Die Entscheidung für eine Operation erfolgt erst, wenn alle konservativen Optionen ausgeschöpft sind und der Patient die Lebensqualität nicht mehr aufrechterhalten kann. Während unseres Gesprächs befassen wir uns auch mit den unterschiedlichen Stadien der Hüftarthrose und
der Frage, wann ein patientenindividuelles Konzept erstellt werden kann, um nicht unnötig mit der Operation zu zögern. Dr. Hauschild erklärt,
dass es entscheidend ist, eine engere Zusammenarbeit zwischen der subjektiven Wahrnehmung des Patienten und den objektiven Befunden zu
etablieren. Ein falsches Zeit Fenster gibt es jedoch nicht. Die Entscheidung zur Operation wird durch die Lebensqualität des Patienten bestimmt.
Ist die Beweglichkeit stark eingeschränkt und das Gelenk stark geschädigt, stehen die Entscheidung für einen Gelenkersatz oder eine Prothese
im Raum. Wir sprechen dann über den Ablauf der Hüftoperation selbst und die spezifischen Unterschiede zu Knieoperationen. Dr. Hauschild
beschreibt den minimalinvasiven Ansatz, bei dem der Patient schnell mobilisiert wird. Der Heilungsprozess ist relativ zügig, und die meisten
Patienten können nach nur wenigen Tagen das Krankenhaus verlassen. Außerdem erreichen sie in der Regel ihre normale Beweglichkeit
innerhalb von drei Monaten. Abschließend beleuchten wir den Langzeitprozess nach der Operation und größere Bewegungsfreiheit mit einer Prothese. Dennoch ermutigt Dr. Hauschild die Patienten, aktiv zu bleiben und die eigenen Grenzen zu respektieren, um die besten Ergebnisse
über die Jahre bis hin zur Mobilität zu erzielen. Diese Episode bündelt fundiertes Wissen und praktische Ratschläge von Dr. Hauschild für
Patienten mit Hüftarthrose und bietet wertvolle Einblicke in mögliche Behandlungsperspektiven.

Alle Informationen rund um die ARCUS Kliniken, den Podcast und die Events finden Sie hier:
linktr.ee/arcuskliniken

Transkript anzeigen

00:00:05: Arcus bewegt.

00:00:07: Der Podcast direkt aus den Arcus-Kliniken in Pforzheim.

00:00:11: Unsere Spezialisten beantworten ihre Fragen rund um den Gelenkersatz und die Sportraumatologie.

00:00:18: Von der Diagnose bis zur Reha.

00:00:21: Wir begleiten Sie jeden Dienstag mit neuen Themen auf Ihrer Bewegungsreise.

00:00:26: Lernen Sie unsere Spezialisten kennen und stellen Sie uns Ihre Fragen durch unsere Moderatorin Lisa Bornbaum.

00:00:34: Bei weiteren Fragen schreiben Sie uns gerne auf Instagram oder besuchen Sie unsere Webseite www.sportklinik.de.

00:00:43: Alle weiteren Informationen finden Sie in der Podcast-Beschreibung.

00:00:47: Und jetzt viel Spaß mit der neuen Folge ARCUS bewegt.

00:00:52: Herzlich willkommen zur Folge zwei von ARCUS bewegt.

00:00:55: Nach der Kniearthose letzte Woche sprechen wir über das wahrscheinlich zweithäufigste Krankheitsbild in den ARCUS Kliniken.

00:01:01: Düchestadrose.

00:01:03: Und dazu habe ich meinen speziellen Gast eingeladen.

00:01:05: Herzlich willkommen, Dr.

00:01:07: Mied, Hauschild.

00:01:08: Ja, vielen, vielen Dank, Frau Bormau.

00:01:10: Ich freue mich, dass ich heute dabei sein darf und so ein bisschen was erzählen kann zu unserem eben, genau, zweitwichtigsten Thema.

00:01:17: Das ist der große Bereich der Hüftgelenksartrose und das Hüftgelenk.

00:01:20: Es hat zu tun, dass sicher praktisch genauso wichtig wird, was für das letzte Woche schon besprochen worden ist.

00:01:25: Und dass unsere Zuhörer Sie auch besser kennenlernen, erzählen Sie doch einmal mal noch mal kurz, wer Sie sind und was Sie hier genau so machen.

00:01:31: Mein Name ist Matthias Hauschild, ich bin Orthopäde und seit zehn Jahren in den Akkuskliniken Forzheim tätig.

00:01:39: Neben meiner Tätigkeit als leitende Arzt mit dem Spezialgebiet des Gelenkersatzes an Hüft und Knie, bin ich Ärztlicher Direktor und damit zuständig für die Organisation und die personelle Seite.

00:01:51: Im Rahmen der medizinischen Tätigkeit kümmere ich mich sehr, sehr intensiv um das Hüftgelenk, zwar sowohl gelenk erhalten als auch gelenkersetzend.

00:02:00: Und das ist jetzt nicht ja das, was wir heute auch besprechen wollen.

00:02:04: Dann starten wir doch direkt rein.

00:02:05: Und zwar eigentlich mit der gleichen Einstiegsfrage wie letzte Folge.

00:02:08: Diesmal aber natürlich, was ist die Hüftadrosin?

00:02:11: Gibt es da einen riesengroßen Unterschied zur Knieadrosin?

00:02:14: Letzig Jahre, nein.

00:02:15: Also das Ganze ist auf der einen Seite, was die Verschleißveränderung angeht, natürlich genau das Gleiche.

00:02:22: Verschleißt, der mit dem Alter zunimmt, es geht um Bedingungen, die im Vorfeld vorliegen können, wie Verletzungen, bestimmte Formveränderungs, als Themen, die wir letzte Woche schon von Dr.

00:02:31: Ellermann gehört haben.

00:02:33: Das Gleiche gilt für Entzündungsvorgänge im Bereich der Gelenkschleimhaut, auch was ist das selbe.

00:02:38: Aber die Art des Gelenkes ist eine ganz andere.

00:02:39: Die Art der Bewegung ist eine ganz andere.

00:02:41: Die Bewegungsumfänger und Belastung sind ganz andere und von daher gelten auf der einen Seite genau die gleichen Voraussetzungen.

00:02:48: Auf der anderen Seite sind ganz bestimmte spezifische Veränderungen, aber auch ganz anders und für die Hüfte typisch.

00:02:55: Und was sind so die typischen Symptome, von denen man darauf schließen kann, dass eine Hüftadrose vorliegt?

00:03:01: Letztlich geht es tatsächlich darum, herauszubekommen, was der Patient hat.

00:03:06: Weil der Patient kommt ja eigentlich nicht zu uns und sagt, ich habe eine Hüftadrose und jetzt will ich was gemacht haben, sondern er kommt mit Hüftgelenksbeschwerden.

00:03:13: Und da gibt es typische und eben weniger typische beziehungsweise eben auch andere Sachen.

00:03:18: Das Typische ist der Leistenschmerz.

00:03:21: der Patient, der eine Hüftarthrose hat, der berichtet von Schmerzen in der Leiste bei bestimmten Bewegungen.

00:03:28: Zweite sind die Bewegungs-Einschränkung.

00:03:31: Das ist supertypisch, dass er nicht mehr drehen kann, dass er keine Schuhe oder keine Socken mehr anziehen kann oder Probleme dabei hat bzw.

00:03:39: irgendwann bei der Körperpflege Probleme hat, weil er eben sich nicht mehr so tief herunterbeugen kann.

00:03:44: Das heißt, Bewegenseinschränkungen.

00:03:46: Und Schmerz in der Leiste ist ganz klassisch.

00:03:48: Und dann irgendwann die Einschränkung der G-Strecke.

00:03:50: Das heißt, wenn man dann längere Zeit laufen will, man kann es halt nicht mehr, weil eben der Schmerz in die Übungs-Einschränkung das minimieren und reduzieren und man dann irgendwann soweit ist und man sagt, nee, so geht es nicht mehr weiter, da muss jetzt was getan werden.

00:04:04: Heißt also, wir haben den Patienten, da kommt zu uns und es besteht der Verdacht auf die Hüftadrose.

00:04:10: Dann wird erst mal ein MRT gemacht und welchen... Welche konservativen Maßnahmen wären denn jetzt mal so der erste Weg, den man geht, bevor man sich für die OP entscheidet?

00:04:20: Die erste Frage tatsächlich ist, ist es überhaupt eine Arthrose und MRT für dich?

00:04:25: richtig ist heutzutage eine super wichtige Bildgebung.

00:04:28: Aber sich steht bei uns eigentlich eher am Ende.

00:04:30: Eigentlich eher der letzte Schritt, wenn wir Fragen haben, was es noch einkommen kann.

00:04:35: Das erste ist, dass wir den Patienten fragen, was hat das, was wir gerade eben gesagt haben.

00:04:39: Hat ja diese typischen Symptomen ist.

00:04:41: Zweite ist die Untersuchung.

00:04:42: Wir wollen wissen, in welche Richtung ist die Bewegung eingeschränkt, wann können wir Schmerzen provozieren, bei welchen funktionellen Tests.

00:04:49: Und dann machen wir nach vorn Röntgenbild, auch wenn sich das irgendwie altartümlich und vintage anhört.

00:04:55: Aber das ist tatsächlich das, was wir in der Auto-PD machen, um zu sehen, wie die Knochen verändert sind.

00:05:00: Und damit können wir die meisten Arthosen mit Befragung, Untersuchung und der Bildgebung durch Röntgen tatsächlich diagnostizieren.

00:05:09: Aber es gibt eben auch andere Sachen, die an der Hüfte wehtun können.

00:05:13: Es können muskuläre Probleme sein, es können entzündliche Probleme der Gelenkschleimhaut sein, es können aber auch Sachen, die überhaupt nichts mit der Orthopädie zu tun haben, aus der Leiste oder aus dem Genitalbereich oder sonst solche Dinge sein.

00:05:26: Und da spielt natürlich die weitere Bildgebung schon eine Rolle.

00:05:30: Wenn es dann um die Therapien geht, ist der erste Ansatz wie immer in der Orthopädie.

00:05:36: Es geht nicht um Operation, wir holen nicht als erstes das Messer raus und schneiden den Aufbau in der Sprechstelle, sondern es geht darum, dass man versuchen will, die Symptome zu lindern.

00:05:45: Wie wir gerade gesagt haben, Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, sonst reißen das sind Dinge, die wir lindern können mit konsortiven Maßnahmen.

00:05:51: Das heißt, da geht es um Bewegungstraining, da geht es um Muskelaufbau oder Koordination.

00:05:58: Es geht auch um Medikamente, die man applizieren kann auf die eine oder andere Weise.

00:06:02: Ein ganzes Portfolio an Möglichkeiten, mit dem wir versuchen, Symptom reduzierend oder symptommodellierend zu arbeiten.

00:06:11: Aber die machen alle die Arthrose nicht weg, sondern die lindern eben nur die Symptome.

00:06:14: Und deswegen ist es fast immer so, dass irgendwann der Patient sagt, nee, es wird nicht mehr weiter, das ist ein Scheiß, so möchte ich nicht mehr weiterleben.

00:06:23: Ich will jetzt einfach eine Lösung, die langfristig funktioniert, mit der ich mich wieder bewegen kann, mit der ich wieder Sport machen kann, mit der ich wieder aktiv sein kann, mit der ich wieder ... Lebensqualität haben und dann arbeiten wir über die Operation.

00:06:35: Gibt es aber auch ein gewisses Stadium oder so der Arthrose, wo man von vornherein sagt, okay, man braucht ja gar nicht erst zu konservativen Maßnahmen greifen und ist dann der Patient der Ausstattgebende, der sagt, okay, jetzt wird operiert?

00:06:48: Das letzte, diesen Tiefjahr, und das ist was, was wir letzte Woche, glaube ich, auch schon gehört haben, ist am Ende um das Thema Lebensqualität, Mobilität und Aktivität geht und die Einschränkung der Patient hat.

00:06:58: Und das sind alles subjektive Faktoren.

00:07:01: Das heißt, der Patient sagt, meine Lebensqualität passt nicht mehr.

00:07:04: Und dann entscheidet man sich.

00:07:06: Aber deswegen, um das nochmal zu betonen, die konservative Therapie steht immer im Vorgund, dass jemand kommt in einem N-gradigen Stadium, in einem Stadion IV, der noch nie eine Therapie und noch nie was gehabt hat.

00:07:18: Und dann ist es eigentlich, das gibt es nicht, das kommt nicht vor.

00:07:22: Sondern letzten Endes hat der Patient meistens ja bei den Niedergassenen Kollegen oder in einem Eigenregie irgendwelche Therapien über längere Zeiträume hinter sich.

00:07:32: Aber wenn dann diese Faktoren da sind, die Wehung nicht mehr da ist, das Bild uns zeigt, dass das Gelenk völlig zerstört ist, dass wir keinen sogenannten Gelenkspalten mehr haben, dass wir Knochen anbauten haben, dass wir entrundete Gelenkpartner haben, ja, dann ist tatsächlich die Operation mit einem künstlichen Gelenk die Methode der Wahl, um den Patienten wieder mobil zu machen.

00:07:54: Heißt ja, wenn ich das richtig raushöre, dass dass viele Patienten gibt, die vielleicht diesen Schritt auch viel zu spät gehen.

00:08:01: Und vielleicht auch viel zu lange warten, oder gibt es da so eine Tendenz, dass man sagt, die meisten kommen schon oder viele kommen schon beim kleinsten Ziel oder manche ziehen es einfach viel zu lange raus.

00:08:10: oder was ist das so?

00:08:11: Gang und Gebe sage ich jetzt mal in der Sprechstunde.

00:08:15: Klarer Antwort, ja, eines geht alles.

00:08:17: Es gibt tatsächlich die Patienten, die sehr früh kommen, weil sie früher im Dreißig Kilometer laufen konnten, jetzt sind es nur noch zwanzig.

00:08:25: Und sie wollen deswegen eine Lösung.

00:08:27: Das sind so eher die Menschen, die das Gefühl haben, da wird ihnen ein Motor eingebaut oder ein Jungbrunnen.

00:08:32: Es gibt aber auch Patienten, die kommen, wenn man sich fragt, wie hat derjenige oder diejenige überhaupt noch gehen oder sich bewegen können, die eigentlich überhaupt keine freie Beweglichkeit haben, extremste Einschränkungen.

00:08:44: Und trotzdem fragen muss es dann wirklich schon sein.

00:08:47: Und am Ende ist es eben wie gerade gesagt eine subjektive Einschätzung, die man gemeinsam mit den Patienten in den Zusammenschauern, mit den objektiven Faktoren und Dressen betrifft.

00:08:57: Ich finde, ein zu spätem eigentlichen Sinne gibt es eigentlich nicht, sondern der Patient muss bereit sein.

00:09:03: Er muss die objektiven Kriterien erfüllen.

00:09:05: Also diese Faktoren, die wir jetzt ein paar Mal gesagt haben, müssen da sein.

00:09:09: Er darf einfach keine normale Funktion mehr haben.

00:09:13: Und wenn dann diese subjektiven Einschränkungen da sind, dann ist das Ganze eine hervorragende Therapie.

00:09:18: Nicht umsonst ist es die Therapie, die ist die Operation des Jahrhunderts von der WHO letztendlich so bezeichnend.

00:09:25: Das ist so, weil wir damit einfach so viel Lebensqualität und so viel Aktität und Mobilität zurückgeben können wie kaum mit einer anderen Maßnahme.

00:09:35: Okay, also wenn es sich dann für die OP entschieden wird, wie genau läuft die, aber was ist denn so?

00:09:40: der... grundlegende Unterschied aussetzt, dass es ein anderes Gelenk ist.

00:09:44: zum Knie.

00:09:45: Ja klar, das ist natürlich der Hauptentschied.

00:09:47: Aber es ist schon so und jeder Patient, der das mal erlebt hat, der weiß es auch, dass wir im Vergleich zwischen einer vor allen Dingen kompletten Knieprothese und einer Hüftprothese sind wir mit der Hüftprothese schneller.

00:10:02: Wir sind schneller wieder in der Normalität, schneller wieder in der Funktionalität und der Patient hat weniger Nachhalt von den operativen Maßnahmen.

00:10:11: Das stimmt nicht ganz, sondern nur dann, wenn wir es wirklich mit der kompletten Prothese am Kniegelenk vergleichen, wenn wir heutzutage sehen und wissen, dass wir sehr viele Teilgelenke am Knie machen, dann ist das tatsächlich so ähnlich von den Folgen.

00:10:24: Aber wie gesagt, zur Vollprothese geht es einfach etwas schneller.

00:10:28: Man hat etwas weniger Schmerzen, weil das Gelenk dafür ein paar etwas weniger anfällig ist und man kommt doch... rascheln die Vollbelastungen in die Mobilität.

00:10:36: Das Ganze läuft aber vom Grunde sehr ähnlich ab wie bei dem Höfgelenkersatz.

00:10:42: Das heißt, die Patienten sind nur wenige Tage bei uns im Krankenhaus, typischerweise drei, vier Tage in der stationären Betreuung.

00:10:50: Sie gehen meistens dann in eine Nachbehandlung, eine sogenannte Rehabilitation oder Anschlussheilbehandlung, die nochmal drei Wochen dauert, viele aber auch ambulant mittlerweile, also auch das muss nicht zwingend stationär sein.

00:11:03: Wir sagen, dass nach, eigentlich spätestens zwölf Wochen, sprich drei Monaten, die Behandlung so weit abgeschlossen ist, dass die normale Aktivität, auch sportliche Aktivität wieder in vollem Umfang gemacht werden kann.

00:11:16: Und da wir jetzt alle nicht tagtäglich in eine Operationszahl reinlaufen, wie können wir uns das denn vorstellen im OP selbst?

00:11:23: Also die Lagerung, der Ablauf, was ist das so, die Krux?

00:11:26: Und ich glaube, wir können ja behaupten, dass wir hier sehr, sehr schnelle... OPs durchführen, was überhaupt nichts an der Leistung erlindert.

00:11:34: Wie können wir uns das ausmalen?

00:11:36: Was passiert hinter dieser Tür?

00:11:38: Das ist für denjenigen, der das natürlich nie mitbekommt, extrem schwer vorzustellen.

00:11:42: Deswegen machen wir auch solche Veranstaltungen wie den Live-OP-Tag, wo man auch als Patient mal die Gelegenheit hat, solche Dinge live zu sehen oder wir haben ja auch schon verschiedene Formate gedreht, wo man solche Sachen sich auch im Bild anschauen kann.

00:11:55: Letzten Endes.

00:11:56: wird der Patient im Operationssaal vorbereitet von einem ganzen Team.

00:12:00: Das heißt, dazu gehören die OP-Schwestern, es gehören die Springer dazu, es kommen die Narkoseärzte dazu, es gehören die Lagerungspflege, aber auch die Narkosepflegekräfte dazu.

00:12:10: Und die bereiten den Patienten vor, um ihn auf die Operation einzuschimmen bzw.

00:12:17: um die Narkose vorzubereiten und die Lagerung vorzubereiten.

00:12:21: Dann machen wir einen kleinen Schnitt heutzutage, der nur noch ... so sieben, acht Zentimeter im Bereich der Hüfte ist.

00:12:28: Je nach Schule wird er entweder vorne oder hinten gemacht, da gibt es verschiedene Verfahren.

00:12:34: Es geht immer um das Thema, keine Flurschaden zu machen.

00:12:37: Wir wollen, wir nennen das auch minimalinvasiv arbeiten, eben um den Begleitschaden so gering wie nur irgendwie möglich zu haben, um keine Laimuskulatur kaputt zu machen, damit der Patient sofort nach der Operation ... wieder aufstehen und wieder auf kann und wieder auf die Beine kommt.

00:12:53: Und auch noch relativ wenig Schmerzen hat, was ihr ja schon gesagt habt, was sicherlich auch im Zusammenhang mit diesen minimalbasiven Operationen zu sehen ist.

00:13:02: Heißt, wie lange haben wir denn dann Heilungsprozess?

00:13:05: Also klar, das ist ja ein dauerhafter Zustand im Prinzip, an dem der Patient auch täglich arbeiten

00:13:09: muss.

00:13:10: Aber was kann man denn da so grob sagen?

00:13:14: Also Grundheilungen sind immer die ersten vierzehn Tage.

00:13:17: Aber wie Sie richtig gesagt haben, das ist ein dynamischer Prozess.

00:13:20: Das heißt, aufstehend sich bewegen, muss der Patient am OP-Takt.

00:13:23: Der muss wieder raus aus dem Bett, der darf belasten, also auch wenn viele sich das nicht vorstellen können oder es nicht glauben können.

00:13:29: Man darf dieses frisch operierte Bein voll belasten, man muss das nicht schon, die stützen, die jeder Patient hat, dienen eigentlich nur der Sicherheit und der Gangkoordination, dem Gangtakt, weil sie dienen nicht der mechanische Entlastung.

00:13:43: Und dann kann er eben nach drei, vier Tagen in die Reha und wird dort zunehmend rangenommen, muss aufs Fahrrad, darf sich weiter bewegen, kann längere Strecken zurücklegen, um so langsam in die Normalität zurückzukommen.

00:13:57: Wir sagen, Ausfallzeit, Beruf legen, um so eine Vorstellung zu haben, ungefähr sechs Wochen.

00:14:00: Das ist so der Zeitrahmen.

00:14:02: Und wie schon gesagt, Gesamtbehandlungen, alles in einem ungefähr zwölf Wochen.

00:14:06: Und wenn die Heilung dann abgeschlossen ist, ist das Thema ja nicht erledigt.

00:14:10: Also was kann denn ein Patient so wirklich langfristig machen, wie verändert sich das Leben?

00:14:15: oder was macht Sinn, im Leben zu verändern, um halt so lange wie möglich das Beste von der Prothesin um hier mitnehmen zu können?

00:14:22: Wobei ich tatsächlich sage, Sie müssen gar nichts machen.

00:14:25: Sie dürfen alles machen, viel free.

00:14:27: Es gibt von meiner Seite aus keine Einschränkung, also wirklich gar keine.

00:14:32: Und trotzdem sage ich dazu natürlich immer alles mit Hirn und Verstand.

00:14:36: Was bedeutet?

00:14:37: Wenn man jetzt eine Portese hat, muss man nicht auf einmal anfangen mit Ultramarathons oder mit Extrem-Bungie-Springen, sondern natürlich macht es Sinn, die Dinge zu machen, die man halt auch vorher schon gemacht hat, auch vorher schon gekonnt hat.

00:14:49: Aber es gibt keine Notwendigkeit, Bewegung und Belastung einzuschränken, auch sportliche Belastung, auch auf Tennis spielen, Fahrrad fahren.

00:14:57: Kann man definitiv mit einer Hüftportese, einem künstlichen Hüftgelenk, machen, muss sich da nicht einschränken.

00:15:05: Auch wenn man das vielleicht denkt, Belastung und Bewegung an sich schadet dem Gelenk nicht.

00:15:11: Erst wenn wir in ein gewisses Extremmaß kommen und da kommen neunneinzig Prozent der Patienten nie hin, kann theoretisch ein erhöhter Verschleißen stehen.

00:15:22: Das ändert sich so ein bisschen je jünger der Patient ist.

00:15:24: Also wenn wir Patienten haben, die nur dreißig sind, weil sie unfallbedingte sonst was in der Prothese haben, ja, dann ist natürlich die Lebenserwartung, die noch vorhin liegt.

00:15:34: Und die Dauer der Belastung schon irgendwann mal ein Problem, was auch dazu führen kann, dass man nochmal über Wechsel- oder Austausch-Operationen spricht.

00:15:42: Aber jemand, der Mitte sechzig ist, muss man ehrlicherweise sagen, hat damit heutzutage nichts mehr zu tun.

00:15:49: Ja, dann bedanke ich mich schon mal für das tolle informative Gespräch.

00:15:52: Und dann verbleibt mir meine allerletzte Frage und zwar, was ist der absolute Experten-Master-Tipp für einen Hüftertrose-Patienten?

00:16:01: Also, wenn jemand eine Hüftertrose hat, dann gilt eigentlich das, dass man aktiv und mobil bleiben muss, solange es geht im Rahmen normaler Belastungen und Beweglichkeiten.

00:16:15: Man sollte nicht aufhören, mobil und aktiv zu sein.

00:16:18: Wenn es dann irgendwann soweit ist, dass tatsächlich Medikamente notwendig werden, dann ist sicher allemal der Moment gekommen, wo man in die Audubinette euch am besten zu uns gehen sollte, um sich beraten zu lassen, welche Optionen und Möglichkeiten operativ da sind, weil dann wird das Ganze eigentlich nichts mehr.

00:16:36: Aber etwas generell falsch machen oder generell vermeiden bestimmte Hüpf oder Sprungbewegungen und sonst was, dass diesen Master-Tipp gibt es so letztendlich nicht tatsächlich nicht, sondern einfach aktiv mobil bleiben, solange es irgendwie geht in seinem Leben, das hilft immer.

00:16:59: Wenn Sie weitere Fragen oder Anregungen haben oder bestimmte Themen hören möchten, schreiben Sie uns doch gerne.

00:17:06: Und natürlich freuen wir uns, wenn Sie beim nächsten Mal wieder mit dabei sind.

00:17:11: Bis dahin bleiben Sie gesund und vor allem in Bewegung.

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