ARCUS bewegt: Hüftarthrose - Vom Operateur zum Patienten

Shownotes

In dieser Episode von "ARCUS bewegt" spricht Dr. Med. Wolfgang Miehlke, leitender Arzt der ARCUS Kliniken, nicht nur über seine fachlichen Erfahrungen im Bereich Gelenkersatz, sondern teilt auch seine persönliche Reise als Patient. Nachdem er selbst ein künstliches Hüftgelenk erhalten hat, gewährt er tiefere Einblicke, wie es ist, vom Arzt zum Patienten zu werden.

Wir beginnen mit Dr. Miehlkes beruflichem Werdegang und der Entwicklung der Endoprothetik in den ARCUS Kliniken, wo inzwischen über 6.000 Knie- und Hüftprothesen jährlich erfolgreich eingesetzt werden. Dr. Miehlke reflektiert über seine langjährige Laufkarriere und die frühen Anzeichen von Arthrose, die seine Lebensqualität über die Jahre hinweg beeinträchtigten. Diese Erfahrungen, die viele Patienten nachvollziehen können, haben ihn letztendlich dazu gebracht, den Schritt zur Operation in Erwägung zu ziehen.

In einem offenen Gespräch werden die Beschwerden detailliert erläutert, die Dr. Miehlke schließlich dazu führten, die Entscheidung für ein neues Hüftgelenk zu treffen. Er teilt, wie seine Schmerzen seine berufliche Tätigkeit als Orthopäde beeinflussten und welche konservativen Therapiemaßnahmen er zuerst ausprobierte, bevor er den notwendigen chirurgischen Eingriff in Betracht zog.

Die Diagnose, der Entscheidungsprozess und der Tag der Operation werden ebenfalls thematisiert. Dr. Miehlke schildert seine eigenen Empfindungen, als er sich in die Hände seiner Kollegen begibt, und beschreibt den Ablauf der Operation und die unmittelbare postoperative Betreuung in den ARCUS Kliniken. Ein zentraler Aspekt dieser Episode ist die beeindruckende Genesung und Rehabilitation, die Dr. Miehlke durchlaufen hat, sowie die Unterstützung, die er durch Physiotherapie und ein gezieltes Reha-Programm erhielt.

Er erzählt uns von seinen Erfahrungen in der Nachsorge, den Herausforderungen im Alltag und die Bedeutung von körperlicher Aktivität in der Rekonvaleszenz. Besonderes Augenmerk legt er darauf, wie wichtig es ist, auch nach einer solchen Operation aktiv zu bleiben und sich nicht allein auf die Diagnose zu fokussieren.

Abschließend gibt Dr. Miehlke wertvolle Ratschläge an Patienten weiter, die sich ebenfalls mit der Entscheidung für eine Hüftprothese auseinandersetzen. Er ermutigt dazu, aktiv zu bleiben, die Lebensqualität im Auge zu behalten und nicht in Resignation zu verfallen, sondern alternative sportliche Betätigungen zu finden, die das körperliche Wohlbefinden fördern.

Diese Episode von "ARCUS bewegt" bietet nicht nur einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen einer Operation, sondern auch wertvolle Einsichten in die Rolle von Lebensqualität und aktiver Rehabilitation, die sowohl für Patienten als auch Fachleute von Bedeutung sind.

Alle Informationen rund um die ARCUS Kliniken, den Podcast und die Events finden Sie hier:
linktr.ee/arcuskliniken

Transkript anzeigen

00:00:00: Akus bewegt.

00:00:01: Der Podcast direkt aus den Akus-Kliniken in Pforzheim.

00:00:06: Unsere Spezialisten beantworten ihre Fragen rund um den Gelenkersatz und die Sportraumatologie.

00:00:12: Von der Diagnose bis zur Reha.

00:00:15: Immer Dienstags um achtzehn Uhr mit unserer Moderatorin Lisa Bornbaum.

00:00:21: Stellen Sie uns Ihre Fragen in den Kommentaren.

00:00:24: Und jetzt viel Spaß mit der neuen Folge Akus bewegt.

00:00:30: Und damit auch von mir.

00:00:31: herzlich willkommen zu einer neuen Folge von ARKUS bewegt.

00:00:34: Heute haben wir einen ganz besonderen Gast, Dr.

00:00:37: Midwolfgang Mielke, leitender Arzt der ARKUS-Kliniken.

00:00:40: Doch diesmal spricht er nicht nur als erfahrener Operateur, sondern auch als Patient.

00:00:45: Letztes Jahr erhielt er hier in den ARKUS-Kliniken selbst ein neues Hüftgelenk.

00:00:48: In dieser Folge erzählt er, wie er sich anfühlt, plötzlich auf der anderen Seite zu stehen.

00:00:53: Herzlich willkommen, Dr.

00:00:54: Midwolfgang Mielke.

00:00:55: Hallo, Frau Baumbaum.

00:00:56: Vielen Dank, dass ich heute bei Ihnen da sein darf und ein bisschen über mich berichten darf.

00:01:01: Zunächst zu meiner Person, mein Name ist Wolfgang Mielke.

00:01:04: Ich bin seit nunmehr fast einundzwanzig Jahren an der Akkusklinik und bin hierhergekommen, damals um das Thema Endoprothetik, also Knie- und Hüftendoprothetik aufzubauen.

00:01:17: Damals war das hier in der Klinik nur ein Randthema.

00:01:21: Die hatten sich auf die Sporttraumatologie konzentriert.

00:01:25: Mittlerweile ist das Thema ja bei uns sehr, sehr erfolgreich.

00:01:28: Wir machen über mehr als sechstausend Knie- und Hüftendopothesen pro Jahr und es ist für uns eine Erfolgsgeschichte geworden.

00:01:39: Jetzt zu meiner eigenen Person als Hüftoper der, der das seit fünfunddreißig Jahren jetzt ungefähr macht und sich damit intensiv beschäftigt, ist man auch nicht von Arthrose.

00:01:51: Gefeit und ich habe das erstmals, muss ich sagen, so vor circa zehn Jahren bemerkt.

00:01:57: Ich war ein leidenschaftlicher Läufer und das heißt, meinen ganzen Stressabbau habe ich immer durch Joggen mehrmals pro Woche ja abgebaut.

00:02:07: und dabei habe ich dann so vor zehn Jahren zum ersten Mal gemerkt, ja, also wenn nach einer längeren Joggingstrecke von zehn, zwölf Kilometern tat es weh im Bereich der Hüfte, im Bereich der Leiste.

00:02:19: Ja, das vielleicht mal so zum Anfang.

00:02:22: Genau, Sie haben schon angesprochen, dass die Arthrose bei Ihnen in der Hüfte ein Thema war.

00:02:27: Wir haben jetzt nämlich den spannenden Fall, dass Sie letztes Jahr selbst hier als Patient in den Arcoskliniken waren.

00:02:32: Wir haben es schon im Intro angesprochen.

00:02:34: Welche Beschwerden hatten Sie denn aber?

00:02:36: Oder was waren so die ersten Beschwerden, die Sie dazu bewegt haben, zu sagen, okay, vielleicht sollte man irgendwann mal eine Behandlung anstreben.

00:02:44: Ja, ich bin genauso, wie es im Leerbruch gestanden hat, habe ich das gemerkt.

00:02:48: Anfängig war nach größerer Belastung habe ich Leisten und Gesäßschmerzen gemerkt.

00:02:55: In der Folge kamen Bewegungseinschränkungen dazu.

00:02:59: Das heißt, ich konnte nicht mehr so tief beugen.

00:03:02: Das hat weh getan.

00:03:04: Und dann ganz klassisch kam dann die sogenannte Anlaufsymptomatik dazu.

00:03:09: Das bedeutet, dass wenn man länger gesessen ist, zum Beispiel eine länger Autofahrt und dann die ersten Schritte macht, weil es das sehr mühsam, am Anfang einfach halt sich steif angefühlt und je länger es gedauert hat und je schlimmer die Arthrose wurde, war das dann auch richtig, richtig schmerzhaft.

00:03:27: Haben Sie die Schmerzen denn auch in Ihrer Arbeit als Orthopäde eingeschränkt?

00:03:32: Ja, muss man auf jeden Fall auch sagen.

00:03:34: Aber vor allem hat es die Patienten eigentlich gewundert, weil wenn man nicht laufen gesehen hat in den letzten zwei Jahren vor der Hüft-Operation, dann haben die auch gedacht, na ja, also der braucht vielleicht dringender eine Behandlung, als ich das selber brauche.

00:03:49: Aber es hat mich schon eingeschränkt.

00:03:51: Vor allem nach längeren OP-Tagen habe ich abends heftige Probleme gehabt, habe teilweise Schmerzmittel nehmen müssen, bevor ich dann irgendwann die Reißleine gezogen habe und selber für mich auch beschlossen habe, so kann das nicht weitergehen.

00:04:06: Und was war der Punkt?

00:04:07: Also was ist passiert, dass Sie da in den Punktstein gesagt haben, okay, es geht einfach nicht mehr.

00:04:11: Jetzt muss das Hüftgelenk her.

00:04:13: Ja.

00:04:14: Für mich, wie ich schon im Eingang gesagt habe, ist so Sport ein ganz großer Teil meines Lebens.

00:04:20: Ich spiele leidenschaftlich gern Tennis.

00:04:22: Wie gesagt, Joggen war mein Ausgleich.

00:04:25: Ich fahre Skis und mache noch einige andere Sportarten.

00:04:28: Und das ging immer weniger.

00:04:30: vielleicht doch vorweg gesagt, ich habe, wie gesagt, sehr, sehr gerne war ich laufen und joggen und habe dann vor circa sieben Jahren gesagt, das kann so nicht mehr weitergehen und habe mich dann aufs Radfahren umgestellt.

00:04:44: Und das war für mich eine super Erfahrung, muss ich sagen.

00:04:48: Ich konnte mich genauso auspauern wie beim joggen, konnte aber das noch sehr lange und mit relativ wenig Beschwerden, Anfang sogar Beschwerde frei und dann mit wenig Beschwerden machen.

00:05:00: und konnte sogar so Sachen machen wie eine Transalp ohne Elektroantrieb, sodass mir das noch sehr lange geholfen hat, bis dann die Entscheidung fiel, dass ich mich operieren lassen wollte.

00:05:14: Da ist eigentlich auch dazu gekommen, dass dann auch dieses Radfahren nicht mehr ging zum Beispiel und andere Dinge auch nicht.

00:05:21: Gab es denn noch andere konservative Ansätze, die Sie als erstes probiert haben, bevor Sie dann den Schritt zur OP gewählt haben?

00:05:28: Ja, auf jeden Fall.

00:05:29: Ich habe natürlich hier mit der engen Zusammenarbeit mit unserer, mit Rehamed, also unseren Physiotherapeuten, habe ich ein Programm gemacht mit Dehnungen und Kräftigungen.

00:05:41: Das habe ich begleiten gemacht.

00:05:42: Auch das hat mir sehr gut für eine Weile geholfen.

00:05:45: Aber irgendwann merkt man dann, dass man da an Grenzen stößt.

00:05:51: Und dabei möchte ich vielleicht noch zu weg sagen hat oder vorweg sagen, Das Röntgenbild spielt dabei überhaupt keine Rolle.

00:05:58: Es gibt Leute, die haben und Patienten von mir, und so war das auch bei mir, eine heftigste Arthrose, das heißt, das Röntgenbild sieht katastrophal aus.

00:06:06: Die kommen aber noch sehr, sehr gut im Alltag und in dem, was sie machen wollen, zurecht.

00:06:12: Das ist dann auch quasi dann das Thema.

00:06:14: Für mich ist das große Thema, was ich immer mit den Patienten bespreche, nicht das Röntgenbild ist das Entscheidende, sondern die Lebensqualität und das, was ich vom Leben möchte.

00:06:25: Wenn das nicht mehr funktioniert, dann ist der Zeitpunkt gekommen, aus meiner Sicht, und so habe ich es auch für mich entschieden, für einen Gelenkersatz.

00:06:34: Das war jetzt schon die perfekte Überleitung.

00:06:36: Wie lief denn die Diagnose ab?

00:06:37: Also die Entscheidungsfindung, die haben wir jetzt gerade schon festgelegt.

00:06:40: Da ging es um die Lebensqualität und die eigene Einschränkung.

00:06:43: Aber wie lief denn die Diagnose ab?

00:06:44: Weil wir auch hier das Glück haben, dass ja die Wege kurz sind.

00:06:48: Genau, also das erste, was ich gemacht habe, das ist vor circa sieben Jahren.

00:06:52: Ich habe dann mal ein Röntgenbild gemacht und habe dann gesehen, oh je, das geht in die falsche Richtung.

00:06:58: Und dann habe ich das eigentlich soweit laufen lassen, weil mir klar war, was sich da entwickelt.

00:07:04: Als ich mich dann in Richtung Entscheidungen künstliches Gelenk gemacht habe, habe ich mich verhalten wie jeder andere Patient auch.

00:07:11: Ich habe mir einen Kollegen ausgesucht aus dem Haus.

00:07:15: Das waren Zwei Suggen, die ich gebeten habe, dass sie mich operieren.

00:07:18: Der eine ist mein Schüler, den ich selbst ausgebildet habe und der andere ist unser leitender Kollege hier im Haus.

00:07:25: Und sie sich beide sehr intensiv mit Hüftkirurgie beschäftigen und habe dann, wie jeder andere Patient auch, mich angemeldet in die Sprechstunde, wurde dort ganz normal untersucht.

00:07:36: Das wurde ein ganz normales Röntgenbild gemacht und die Diagnose stand.

00:07:40: Und dann habe ich mich auch genauso aufklären lassen.

00:07:44: Es war natürlich auch ein Thema, was für ein Inplantat man nimmt und so weiter, aber das ist im Prinzip vom Ablauf her habe ich genau das Gleiche gemacht, wie ein Patient, der zu uns kommt.

00:07:56: Und was war das dann für ein Gefühl, dann als Operateur vor allem erfahrener Operateur auf einmal auf der Patientenseite zu stehen, also beruhigt das zu wissen, was passiert?

00:08:06: oder ist es vielleicht auch so ein beunruhigendes Gefühl?

00:08:09: Ja, das ist da kann man keine klare Antwort darauf geben, ich war Überzeugt davon, dass die beiden, die sich um mich kümmern sollten operativ, dass ich den zu hundert Prozent vertraue.

00:08:21: Für mich war auch klar, ich möchte da nichts von insofern mitkriegen, dass ich eine Vollnakose möchte.

00:08:26: Ich möchte also nicht im OP hören, was da passiert, sondern ich möchte dort die Operation quasi durchschlafen.

00:08:34: Es war schon natürlich ein spannendes Gefühl, weil man wurde immer darauf angesprochen.

00:08:40: Es war ja auch im ganzen Haus bekannt.

00:08:43: dass der alte Chef sozusagen in einem künstliches Hüftgelenk bekommt.

00:08:48: Man wurde sehr häufig und regelmäßig darauf angesprochen und man kann das lang vor sich wegschieben.

00:08:55: Aber dann, so wenn es dann zwei, drei Tage davor ist, hat man schon wie jeder andere Patient auch Angst, weil man natürlich auch weiß, was auch schiefgehen kann.

00:09:05: Und wie lief der Tag selbst dann hier in der Akkusklinik?

00:09:08: Also mal davon abgesehen, dass man natürlich jeden dann auch persönlich beim Namen kennt.

00:09:12: Ja, ich bin ganz früh am Morgen, ich war der erste Patient, ganz früh am Morgen hierhergekommen, dann wurden meine ganzen Daten nochmal aufgenommen, gegengecheckt, die Verträge wurden unterschrieben, dann wurde ich eingeschleust und dann kam Narkosearzt, den ich mir ausgesucht habe, zu.

00:09:29: mir hat mir ein berühmtes Medikament gegeben und dann bin ich ganz normal eingeschleust worden und bin dann operiert worden.

00:09:42: Das Tolle ist, an dieser Art, dieser Narkose, die ich hatte, also die sogenannte Vollnarkose, ist, man wacht auf und denkt, es ist noch gar nicht passiert.

00:09:52: Und dann realisiert man so nach und nach, wenn man im Aufwachraum liegt, ah, das ist schon alles durch.

00:09:59: Man hat durch die Medikamente so ein leichtes Gefühl, so ein bisschen distanziert, realisiert schon, aber es kommt noch nicht so nah an einen ran.

00:10:09: Schmerzen.

00:10:10: Erstaunlicherweise hatte ich nach der Operation sehr wenig.

00:10:14: Das liegt sicherlich zum einen an dem Schmerzmanagements, was wir aufgebaut haben, zum anderen aber auch, weil die beiden Kollegen intraoperativ Schmerzspritzen, also Lokalanäste, sie verwendet haben, sodass für mich das alles sehr, sehr beschwerter Arm war.

00:10:31: Dann haben wir die Situation, dass die OP vorbei war.

00:10:34: Sie war im Auffachraum und dann ging es auf Station.

00:10:37: Findet er dann sofort eine Mobilisation statt?

00:10:40: oder wie ist dann der Ablauf hier im Haus, also so der Anfang der Reha im Prinzip, der noch vor Ort bei uns stattfindet?

00:10:46: Ja, also es ist wirklich so, ich habe es gar nicht geglaubt.

00:10:49: Wir sagen das zwar immer an unseren Patienten, aber ich bin wirklich dreieinhalb Stunden nach der Operation zum ersten Mal an unter ANG-Stützen gelaufen und das funktioniert erstaunlich gut.

00:11:00: Man hat selber auch Respekt davor, dieses operierte Bein zu bewegen.

00:11:05: Aber es geht sehr gut, es fehlt noch Koordination, aber die Belastung selber macht eigentlich kaum Schmerzen.

00:11:14: Was ich als unheimlich angenehm empfand, war diese physiotherapeutische Betreuung, die hier auch direkt sofort stattfindet, insbesondere auch solche Sachen wie Lymphdrainage.

00:11:26: Man belächelt das ja immer so ein bisschen allgemein, aber ich muss sagen, das war das, worauf ich mich am meisten am Tag gefreut habe in der ersten Woche.

00:11:35: auf die Lymphdrainage, weil das hat dieses ganze Spannungsgefühl aus den Beinen rausgenommen, was ich als unangenehmsten empfand.

00:11:45: Auch hat man bereits am Tag nach der Operation dann begonnen, erste Übungen zu machen.

00:11:52: Man hat am Fenster gestanden, hat das Bein bewegt, hat sich koordinative Übungen wurden einem gezeigt.

00:11:58: Also man ist ganz schnell wieder dabei, aktiv zu werden.

00:12:04: Wie lange war dann der Aufenthalt hier in der Klinik und wie haben Sie dann die Wochen generell nach der OP wahrgenommen?

00:12:10: Also jetzt gerade in Bezug auf Rehabilitation, Physiotherapie, haben Sie die zu Hause gemacht oder waren Sie in der Klinik, wie sah das aus?

00:12:20: Ja, ich war drei Tage hier und muss Ihnen sagen, ich war froh, dass ich nach drei Tagen konnte, weil man kriegt hier so viel zu essen, das kann man sich gar nicht vorstellen.

00:12:29: Man bewegt sich ja nicht so wahnsinnig viel.

00:12:31: Aber man kriegt morgens, mittags, abends Kaffee und so weiter.

00:12:35: Und das Essen ist bei uns sehr gut.

00:12:37: Das war uns auch früher immer sehr wichtig, dass die Patienten sich wohlfühlen.

00:12:41: Und das konnte ich jetzt wirklich am eigenen Leib spüren.

00:12:44: Ich bin dann nach Hause gekommen und habe eine ambulante Reha gemacht.

00:12:47: Das heißt, ich bin dreimal pro Woche zum Physiotherapeutin gegangen.

00:12:51: Amfänglich, wie vorhin schon erwähnt, war der erste Teil Lymphdrainage.

00:12:56: Und der zweite Teil dann wiedererlang der Beweglichkeit.

00:12:59: Und nach der ... Nach einer Woche habe ich dann langsam begonnen mit Kraftaufbau und Koordinationstraining und alles in ambulanter Form.

00:13:09: Ich muss sagen, dieses Eintagtraining, Eintagpause, finde ich optimal, wird es auch jedem weiter so empfehlen und war mit dieser ambulanten Rehabeditation sehr glücklich.

00:13:21: Was hat Sie in dieser Zeit am meisten überrascht?

00:13:24: Also egal, ob positiv oder auch herausfordernd, was war so?

00:13:27: die Situation, wo Sie dachten, okay.

00:13:29: Da denke ich in Zukunft als Operateur vielleicht doch dann nochmal anders drüber nach.

00:13:33: Ja, es gibt so Dinge, wo man gar nicht so ein bisschen drüber nachdenkt.

00:13:37: Also zum Beispiel, wenn Sie das erste Mal selber Ihre Unterhose anziehen wollen, dann das Bein anzuziehen und so weiter, solche Dinge.

00:13:45: Also Sie sind schon am Anfang ein bisschen auf Hilfe angewiesen.

00:13:49: Das funktioniert, wenn Sie hier in der Klinik sind.

00:13:51: Das ist super gut.

00:13:52: Da sind alle für Sie da und entlasten Sie zu Hause.

00:13:56: muss man das schon organisieren.

00:13:59: Das heißt, sie brauchen dort vielleicht etwas Hilfe vor Ort.

00:14:04: Ich habe zum Beispiel das so gemacht, dass ich auf meinem Sofa eine Matratze gelegt habe, sodass ich nicht so tief runter musste.

00:14:12: Und dort gelegen habe, so war ich zu Hause auch quasi mitten im Geschehen, konnte an dem sozialen Leben auch der Familie teilhaben.

00:14:21: Was für mich auch was Tolles war, war unser Hund.

00:14:25: Erstaunlicherweise haben Hunde irgendwie ein Siebten Sinn.

00:14:27: Ich habe dann bereits schon ab dem zweiten Tag begonnen, mit unserem Hunden kleine Gassirunden zu gehen und habe mir quasi mit einem Gürtel die Leine an den Bauch gebunden und der Hund hat sofort gemerkt, er darf nicht ziehen.

00:14:40: Also normalerweise zieht unser Hund, vor allem da irgendwas anderes sieht, aber der war total rücksichtsvoll und war für mich auch ein schönes Training, zwei, drei Mal am Tag mit unserem Pepper spazieren zu gehen.

00:14:54: Abgesehen dann von dem Reha-Programm, Sie haben es jetzt schon angesprochen mit kleinen Spazierrunden, welche Übungen oder welche Abläufe waren das denn?

00:15:03: und wie lange dauert denn so die Reha summer summer rum?

00:15:07: Also ich denke, die intensive Reha sollte man so zwei Monate machen.

00:15:12: Also im Anfang, wie gesagt, ist das mehr so ein bisschen Koordinationstraining, wieder erlang der Beweglichkeit und dann kommen Kraftübungen.

00:15:20: Und die sind am Anfang begleitet und dann ist man auf der Trainingsfläche.

00:15:24: So war das zumindestens.

00:15:25: hier und dort gibt es ein Übungsprogramm.

00:15:28: Da wird man am Anfang kontrolliert und wenn man das gut raus hat, zunehmend alleine.

00:15:33: Und ich kann dann eigentlich nur empfehlen oder allen empfehlen, dass man dieses dann, was man macht über zwei Monate, also ungefähr, dass man dann weiter noch ein Kraft- und Koordinationstraining macht, zum Beispiel in der Physiotherapie.

00:15:49: wo man war.

00:15:50: Und das hat mir zum Beispiel auch sehr, sehr gut geholfen, wieder in meinen Sport zurückzufinden.

00:15:58: Genau, das ist schon die nächste Frage.

00:16:00: Wie sieht denn Ihr Alltag heute mit der neuen Hüfte aus?

00:16:03: Also sowohl sportlich als auch beruflich?

00:16:05: Erstaunlicherweise ist es so, dass ich sage, dass die neue Hüfte überhaupt keine Probleme mehr macht.

00:16:12: Das heißt, ich merke fast auf der linken Seite, wo ich ein ganz bisschen Arthrose habe.

00:16:18: mehr, dass sich da irgendwas, dass da vielleicht ein bisschen was nicht stimmt.

00:16:22: Auf der rechten Seite merke ich überhaupt nichts mehr.

00:16:26: Also wir sprechen auch in der Orthopädie unter uns Kollegen unter einem sogenannten forgotten joint.

00:16:32: Das heißt, ich würde es ja wahrscheinlich irgendwann mal vergessen, überhaupt zu sagen, dass ich ein künstliches Gelenk habe.

00:16:39: Ich habe begonnen, nach zwei Monaten wieder im Rad zu fahren, auch draußen.

00:16:45: Das hat auch ganz gut gepasst, zu hundert Jahreszeiten her.

00:16:47: Es wurde dann trocken.

00:16:49: Das habe ich dann regelmäßig gemacht.

00:16:51: Das ging wunderbar.

00:16:52: Ich habe am Anfang mit dem Sattel etwas variiert, weil ich noch ein bisschen Sorge hatte, dass ich zu weit beuge.

00:16:58: Ich habe dann, ich bin an Ostern oder nach Ostern operiert worden und habe dann im Prinzip ab.

00:17:05: drei Monate nach der Operation war ich null, null mehr eingeschränkt.

00:17:09: Ob das jetzt im Beruf, im Freizeit oder in der Sport war, war ich, hatte überhaupt keine Probleme mehr.

00:17:16: Winter auch ganz normal wieder angefangen Skit zu laufen.

00:17:19: Am Anfang, die erstes Mal, wenn man draufsteht, ist das ein ganz komisches Gefühl.

00:17:23: Geht das, geht das nicht.

00:17:25: Aber schon nach den ersten paar Schwingen merkt man, das ist überhaupt kein Unterschied.

00:17:29: Zu früher, wie gesagt, im Gegenteil ist es zu der Vorartrosezeit, geht es sogar viel besser, weil sie überhaupt keinelei Beschwerden mehr haben.

00:17:41: Ja, da kann ich die Antwort für die abschließende Frage eigentlich nur erahnen.

00:17:45: Was geben Sie den Patienten mit, die vor der Entscheidung stehen, hüftgelenkt ja oder nein?

00:17:51: Also ich, wir haben das vorher schon mal kurz angesprochenen erwähnt.

00:17:56: Für mich ist das große Entscheidungskliktärium die Lebensqualität, die Lebensqualität und das, was man möchte vom Leben.

00:18:04: Und das ist ganz individuell.

00:18:06: Das heißt, manche Leute, die sehr viel Sport machen und sich dadurch eingeschrieben fühlen, für die ist das vielleicht das Entscheidungskriterium.

00:18:14: für andere Leute, die nicht so einen hohen Anspruch haben, dann merken, dass sie auch nicht mehr gut spazieren gehen können, ist das vielleicht die Entscheidungsrindung.

00:18:22: Das heißt, es ist eine individuelle Entscheidung, die ich gemeinsam mit den Patienten treffe.

00:18:29: Und so habe ich es auch für mich selber getan.

00:18:32: Was ich als Empfehlung mitgeben kann, ist einfach, wenn Sie am Anfang die Diagnose bekommen vor dem Arzt sitzen.

00:18:39: Sie haben eine Arthrose in der Hüfte und das ist nicht mehr so, dass man da noch was Reparatives machen kann.

00:18:47: Und es läuft auf ein künstliches Gelenk hinaus.

00:18:50: Seien Sie nicht traurig, decken Sie nicht den Kopf in den Sand.

00:18:53: Versuchen Sie vielleicht zunächst erst mal... das, was Sie tun, etwas zu modifizieren.

00:18:59: Und versuchen Sie nicht unbedingt weiter zum Beispiel Fußball zu spielen.

00:19:04: Wenn Ihnen das nicht gut tut, suchen Sie sich etwas anderes und das hat funktioniert.

00:19:08: dann über viele, viele Jahre meist noch sehr, sehr gut.

00:19:12: Also das wäre für mich eine ganz wichtige Empfehlung.

00:19:14: Wenn der Arzt sagt, Sie haben eine Arthrose in der Hüfte, dann nicht den Kopf in den Sand stecken, und sagen, ich schone jetzt nur noch, das ist kaputt, das ist kontraproduktiv, dann geht alles ganz schnell in den Bach runter.

00:19:25: Bleiben Sie aktiv.

00:19:27: Das war die neue Folge des Podcasts Akus bewegt.

00:19:31: Wenn Sie weitere Fragen oder Anregungen haben oder bestimmte Themen hören möchten, schreiben Sie uns doch

00:19:37: gerne.

00:19:38: Und natürlich freuen wir uns, wenn Sie beim nächsten Mal wieder mit dabei sind.

00:19:43: Bis dahin, bleiben Sie gesund und vor allem in Bewegung.

00:19:48: Untertitel

00:19:53: im Auftrag des ZDF.

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