ARCUS bewegt: Gelenkerhalt statt Ersatz

Shownotes

In dieser Folge von "Arcus bewegt" widmen wir uns einem Thema, das vielen Menschen vertraut ist: der Arthrose und den Möglichkeiten des Gelenkerhalts. Gemeinsam mit Dr. med. Christian Eberle, einem erfahrenen Facharzt für Kniechirurgie an den ARCUS Kliniken, beleuchten wir, dass der Gelenkersatz nicht die einzige Lösung ist, wenn es um Gelenkprobleme geht. Dr. Eberle erklärt die modernen Therapiemöglichkeiten, die helfen können, ein Gelenk so lange wie möglich zu erhalten und geht auf die Umstände ein, unter denen eine Operation tatsächlich notwendig ist.

Wir diskutieren eingehend, welche Strukturen in einem Gelenk von Arthrose betroffen sind und welche präventiven Maßnahmen sowohl im Sport- als auch im Alltag ergriffen werden können. Dr. Eberle betont die Bedeutung von Präventionsprogrammen, sei es im Leistungssport oder im Breitensport, die helfen sollen, Gelenkverletzungen zu vermeiden. Dabei werden verschiedene Programme und Übungen vorgestellt, die Patienten und Sportler zur Verfügung stehen, um ein frühzeitiges Abnutzen ihrer Gelenke zu verhindern.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die individuelle Analyse der Beschwerden eines Patienten. Dr. Eberle erläutert, dass beim Gelenkersatz immer das letzte Mittel der Wahl sein sollte und dass vor der Entscheidung für eine Operation eine gründliche Diagnostik und eine individuelle Therapieplanung notwendig sind. Hierbei wird auch die Rolle von konservativen Therapieansätzen wie Physiotherapie und Ernährung hervorgehoben, die gewissermaßen als Grundlagen der Arthrose-Therapie zählen.

Im Rahmen der Episode greifen wir die Vorgehensweise bei rekonstruktiven Operationen auf. Dr. Eberle erklärt detailliert, wie eine vordere Kreuzbandrekonstruktion abläuft, die Techniken, die dabei zum Einsatz kommen, sowie die anschließende Reha-Phase. Er betont, dass eine schnelle Rückkehr zur vollen Belastung und Beweglichkeit wichtig, aber auch vorsichtig und schrittweise erfolgen muss. Die Rehabilitationsmaßnahmen werden auf die jeweilige Operation abgestimmt, um optimale Heilungschancen zu gewährleisten.

Darüber hinaus thematisieren wir die Herausforderungen, denen sich Patienten bei einer Re-Ruptur gegenübersehen. Dr. Eberle führt in die komplexen Diagnostik- und Behandlungsansätze ein, die in solchen Fällen notwendig werden. Hierbei unterstreicht er die Bedeutung einer strukturierten Analyse und die Notwendigkeit, mögliche Begleitverletzungen zu erkennen, um den langfristigen Erfolg der Therapie sicherzustellen.

Diese Episode bietet umfassende Einblicke in die Thematik Gelenkerhalt versus Gelenkersatz und ermutigt die Zuhörer, informierte Entscheidungen über ihre Gesundheit und Bewegung zu treffen. Dr. Eberles Fachwissen und die Erläuterungen machen deutlich, wie wichtig eine individuelle und differenzierte Herangehensweise in der Orthopädie ist.

Alle Informationen rund um die ARCUS Kliniken, den Podcast und die Events finden Sie hier: linktr.ee/arcuskliniken

Transkript anzeigen

00:00:00: ARCUS bewegt.

00:00:02: Der Podcast direkt aus den ARCUS-Kliniken in Pforzheim.

00:00:06: Unsere Spezialisten beantworten ihre Fragen rund um den Gelenkersatz und die Sporttraumatologie.

00:00:13: Von der Diagnose bis zur Reha.

00:00:16: Immer Dienstags um achtzehn Uhr mit unserer Moderatorin Lisa Bornbaum.

00:00:22: Stellen Sie uns Ihre Fragen in den Kommentaren.

00:00:25: Und jetzt viel Spaß mit der neuen Folge ARCUS bewegt.

00:00:29: Herzlich willkommen zur neuen Folge ARCUS bewegt.

00:00:32: Heute sprechen wir über ein Thema, das viele betrifft und oft mit dem Gedanken an ein künstliches Gelenk verbunden wird.

00:00:37: Die Arthrose.

00:00:38: Doch nicht immer ist der Gelenkersatz die einzige Lösung.

00:00:41: In dieser Folge sprechen wir mit Dr.

00:00:43: Med Eberle über die verschiedenen Möglichkeiten des Gelenkerhals.

00:00:47: Welche modernen Therapien können helfen, ein Gelenk so lange wie möglich zu erhalten?

00:00:51: Wann ist eine Operation wirklich notwendig und wann nicht?

00:00:54: Wir beleuchten, welche Behandlungen sinnvoll sind, wie man den Verlauf einer Arthrose positiv beeinflussen kann, ob man den Verlauf einer Arthrose positiv beeinflussen kann und was Patienten selbst tun können, um ihre Gelenke gesund zu halten.

00:01:07: Ja, und damit herzlich willkommen Dr.

00:01:09: Med. Christian Eberle.

00:01:10: Erzählen Sie doch unseren Zuhörern einmal kurz, wer Sie sind und was Sie hier in den Alkos-Kliniken machen.

00:01:16: Herzlich willkommen.

00:01:17: Auch von meiner Seite.

00:01:17: vielen Dank für die Einladung.

00:01:19: Mein Name ist Christian Eberle.

00:01:21: Ich bin seit zwölf Jahren als leitender Arzt in der ARCUS Klinik tätig im Bereich der Kniechirurgie.

00:01:29: Und beschäftige mich neben dem Gelenkersatz auch vorwiegend mit Gelenkehaltenden Techniken, sei es in der Knoppe, Regeneration, Miniskusschirurgie, viel atroskopische Chirurgie, Umstellungsoperation und natürlich auch im Ansteckenpferd.

00:01:44: von mir sind je bandrekonstruktiven Eingriffen im Bereich des Kniegelenkens ergänzt zu den endoprothetischen Versorgungen.

00:01:52: Bis jetzt haben wir viel über den Gelenker Satz gesprochen.

00:01:55: Heute wollen wir uns dem Gelenker Halt widmen.

00:01:57: Was ist denn da so das meiste Vorkommnis in der Sprechstunde und welche Möglichkeiten gibt es denn überall zum Gelenker Halt?

00:02:05: Ja, der Gelenker Halt im Bereich des Knie.

00:02:06: Gelenkes betrifft vorwiegend die anatomischen Strukturen im Gelenk wie Meniskus, Knorpel, Bandcheogie, die vorwiegend heutzutage durch Sportverletzungen geschädigt sind, durch Überlastung.

00:02:22: Situationen, berufliche Überlastung, unter anderem, die dann unbehandelt zu einem starken Verschleißgelenke führen.

00:02:32: Und da müssen wir ansetzen, dass wir im Vorfeld, bevor es zu dem starken Verschleiß, also zu Arthrose gekommen ist, die Strukturen reparieren, regenerieren können, die Kniegelenke wieder stabilisieren, um so halt langfristig den arthrodischen Prozess auszubremsen oder im besten Fall halt aufhalten können.

00:02:51: Das fängt mit der ganz simplen Meniskusschirurgie an.

00:02:54: Meniskus-Erhalt in Meniskus, aus Meniskus sind da zwei entscheidende Stabilisatoren im Kniegelenk, zwei entscheidende anatomische Strukturen, die die Gelenke stabilisieren, die die Kraft verteilen und den Knochen beschützen.

00:03:08: Und wenn die durch Unfälle, Verschleiß, Überlastung geschädigt sind, müssen wir die oft operativ versorgen in der Unfallsituation vorwiegend mit einer Naht.

00:03:21: als Miniskus erhalt oder im degenerativen Bereich dann eher Miniskus-Klettung, um so die Schädigung des Knoppels zu verhindern.

00:03:30: Gibt es denn auch Ansätze, um den Verschleiß schon vorzubeugen oder zu verhindern?

00:03:35: Und gibt es da dann nur operative Techniken?

00:03:38: oder was kann man denn da genau vornehmen?

00:03:41: Es gibt natürlich Präventionsprogramme, Gerade im Sportbereich, also im Leistungssport, aber auch im breiten Sportbereich, haben wir immer mehr von den Fachgesellschaften etablierte und auch wissenschaftlich basierte Präventionsprogramme um Gelenkverletzungen in erster Linie zu vermeiden.

00:04:00: Gibt es von der Deutschen Kniegesellschaft zum Beispiel das StopX-Programm, was sich jeder auf der Homepage unterladen kann und sich anschauen kann, sind Videos, sind Hefte, Beschreibungen, sogar Sportart spezifisch als Präventionen.

00:04:14: Programme Präventionstraining, was jeder für sich zu Hause machen kann oder auch in den Verein implementieren kann, um dann halt entsprechend das Verletzungsrisiko im Sportshof zu reduzieren, um halt den frühzeitigen Verschleiß zu verhindern.

00:04:30: Das ist ja der Sinn und Zweck der Sache.

00:04:33: Im nicht-sportlichen Bereich gibt es das natürlich auch, gibt von den Krankenkassen viele Gelenkprogramme die Atrose, Verschleiß.

00:04:42: Verletzungen halt eindämmen sollen, das gibt es schon.

00:04:47: Ich arbeite wie gesagt viel mit der deutschen Kniegesellschaft zusammen, bin ja auch Mitglied und arbeite im Liegament-Komitee und da beschäftigen wir uns sehr viel mit Prävention.

00:04:56: mittlerweile, muss man schon sagen, ist ein sehr großes Thema.

00:04:59: Und da kann man dann als Patient sich auf der Homepage, der EKG, deutschenkniegesellschaft.de gibt es einen Unterbutton zu meinen Knie.

00:05:08: Das ist eine eigene Patienten-Homepage, die heißt mein Knie.

00:05:11: Und da kann man sich dann durchklicken und auch für Atrose tatsächlich sich Übungen anschauen.

00:05:16: Man kann für spezielle Sportarten sich Präventionsübungen anschauen.

00:05:20: Und das empfehlen wir den Patienten schon auch.

00:05:23: In meinem klinischen Alltag geht es eigentlich dann eher um die Reparatur, wenn die Prävention halt nicht funktioniert hat.

00:05:30: Ja, das wäre jetzt die nächste Frage gewesen.

00:05:33: Ab welchen Punkt ist denn dann der Gelenkersatz notwendig oder unter welchen Umständen kann man das Gelenk halt noch erhalten?

00:05:40: Man muss sich klar sein, dass der Gelenkersatz immer am Ende der Behandlungskette steht.

00:05:44: Wir fangen ja nicht als erstes mit der Empfehlung zur Prothese an, wenn ein Patient Knie beschwerden hat.

00:05:49: Man muss es immer genau individuell analysieren, was ist das Problem.

00:05:53: Wie gesagt, wir fangen beim kleinsten anatomischen Struktur des Meniskos über den Knobel, über die beiden Achse, über die Bandchirurgie.

00:06:02: tun wir alles, um die Atrose zu verhindern.

00:06:05: Und es gibt sicherlich extreme Situationen, wo wir auch bei jüngeren Patienten mit gelenkhaltener Chirurgie an die Grenze kommen und wir dann auch bei jüngeren Patienten meine Knieprothese empfehlen müssen, weil es einfach keine andere Option gibt, weil der Leidensdruck so hoch ist, weil alles andere schon ausgereizt ist, aber das ist natürlich eine extreme Seltenheit.

00:06:26: Man muss immer genau hingucken, Welches Therapieverfahren, welches operative Verfahren passt individuell auf den Patienten?

00:06:36: Welche Probleme hat das Knie von den Patienten?

00:06:39: Und deshalb machen wir immer auch eine umfassende Diagnostik, eine umfassende Befragung in der Sprechzone, eine umfassende klinische Untersuchung, um dann wirklich einen individuellen Therapieverabplan für den Patienten festzulegen.

00:06:51: Und das ist nicht selten konservative Therapie.

00:06:54: Es wird ja auch nicht jeder operiert, der in die Sprechzone kommt.

00:06:56: Wenn es dann zu einer operativen Therapie kommen sollte, muss man halt genau schauen, was muss alles gemacht werden.

00:07:03: Also es ist nicht selten auch was Komplexes.

00:07:05: Also man muss gerade in diesen chronischen Band instabilen Kniegelängen, oft in der Achskorrektur und Osteotomie machen.

00:07:12: Also eine Durchtrainung des Knochens mit einer entsprechenden Winkelkorrektur, um das entsprechende Kompatiment zu entlasten, kombiniert mit Meniskusschirurgie, kombiniert mit einer Knobbeltherapie und... Dann ihr kombiniert auch schon mal mit einer Bandchirurgie.

00:07:27: Und das ist in meinem Spezialgebiet der Kreuzband-Revisionschirurgie oft der Fall, dass ich Patienten dreimal operieren muss, bis ich alle Pathologien letzten Endes beruben habe.

00:07:38: Und das ist dann halt wirklich individuell basierend auf einer wirklich strukturierten Diagnostik.

00:07:46: Und dann können wir ein Therapieplan festlegen.

00:07:49: Und das ist halt bei jedem bisschen anders.

00:07:52: Gibt es denn bei den, also wir haben jetzt ja schon die operativen Möglichkeiten durchgesprochen oder angesprochen zumindest, bestimmte konservative Methodiken, die helfen?

00:08:02: oder gibt es da so spezielle Übungspläne oder Dinge, die man wirklich allein für dieses Krankheitsbild machen kann?

00:08:08: Also wenn wir von der reinen Arthrose reden, gibt es natürlich diese Arthroseterapiepläne.

00:08:13: Das fängt mit der Ernährung an, fängt mit der Bewegungsoptimierung an, Umfeldoptimierung.

00:08:18: und geht über spezielle Physiotherapie, Dehnungsübungen, Belastungsanpassung, klassischerweise auch Gewichtsreduktionsgeschichten bis dann zu diesen kleineren konservativen, minimalen Eingriffen wie Spritzentherapie oder Magnetfeld oder alles diese Dinge, die heutzutage angeboten werden, wobei die meisten Dinge, die angeboten werden, nicht unbedingt evidenzbasiert sind.

00:08:44: Es gibt eine klare Leitlinie.

00:08:47: von der deutschen Gesellschaft für europäische Chirurgie.

00:08:50: Und da sind viele Dinge.

00:08:53: letztens eines doch auch kritisch aufgeführt.

00:08:55: Und eine wirkliche Evidenz bei einer fortschritten Arthrose gibt es für die wenigsten Maßnahmen.

00:09:00: Und das Wichtigste ist Bewegung.

00:09:03: Gelenke brauchen Bewegung, sonst steifen sie ein.

00:09:05: Belastungsanpassung und die Entzündungshemdebehandlung.

00:09:09: Das sind eigentlich die Pfeiler der konservativen Arthrosetherapie.

00:09:14: Wenn wir jetzt über das Thema reden, was wir vorher hatten, also einen Schritt vor die Arthrose gehen, Sportverletzung, Bandverletzung, Knoppelverletzung, Miniskusverletzung, da greifen dann wirklich eher diese Präventionsprogramme, die ich eben aufgeführt habe.

00:09:27: Und letztendlich muss ich jeder immer selber kritisch hinterfragen, muss ich zehn Ski-Tage haben, muss ich Bouldern gehen, muss ich das, und das muss ich ja schon fragen, welche Gefahren man sich im Alltag aussetzt, in welchem Alter das alles dann noch wirklich Sinn macht mit Mitte Fünfzig.

00:09:42: Zu sagen, ich fange jetzt das Bouldern an oder will jetzt auf den Ironman trainieren.

00:09:47: Das meine ich immer mit so realistischer Anpassung der sportlichen Belastung.

00:09:52: Das ist ja oft ein Problem.

00:09:53: Man will ja nicht wahrhaben, dass man älter wird und dann geht man noch schönen Marathon trainieren und dann tut einem halben Jahr das Knie weh.

00:09:59: Wenn wir jetzt zurückgehen zu den rekonstruktiven OP-Techniken, wir hätten die schon angesprochen.

00:10:03: Was sind da so die?

00:10:05: Die Hauptsächlichen, die bei uns durchgeführt werden, oder kann man da auch wirklich ein Bild erkennen, dass man sagt, es gibt einen Trend an Operationen, die sie halt häufiger machen als andere?

00:10:14: Ja, der Schwerpunkt ist ganz klar bei uns die Bandchirurgie.

00:10:17: Also wir machen ja die meisten Kreuzband-Rekonstruktiven Eingriffen in Deutschland.

00:10:21: Wir machen mittlerweile auch die meisten Kreuzband-Revisionen in Deutschland.

00:10:24: Also Leute kommen wir dann doch von überall her.

00:10:27: Und das ist ganz klar der Schwerpunkt.

00:10:30: Also vordere Kreuzband, hinteres Kreuzband, Zeitenbänder, Komplexe.

00:10:33: Bandtrikonstruktive Eingriffe im Bereich der Kniescheibe machen, macht unser Patella-Team ja wirklich auch extrem viel.

00:10:41: Und das Grundrauschen ist die ganz normale Meniskusknoppelschirurgie, die wir natürlich auch um Rundmaße auch machen.

00:10:48: Aber mein Spezialgebiet ist dann in dem Bereich eher dann die Bandt.

00:10:52: Rekonstruktion.

00:10:53: Wie

00:10:53: genau können wir uns als Leier, die ja immer außerhalb eines OP-Raums uns aufhalten, so eine Operation vorstellen?

00:10:59: Also wenn man es jetzt ganz klar das vordere Kreuzband, was mit das Häufigste ist, was wir hier machen, also eine Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes, wird in der Regel mit einem Sehntransplantat durchgeführt.

00:11:08: Das heißt, wir bauen ja ein Ersatzmaterial, das Band ist gerissen und es muss irgendwie ersetzt werden.

00:11:13: In seltensten Fällen kann man es auch nähen.

00:11:15: Das hat ganz viele Faktoren, die man mittlerweile wissenschaftlich ausgekitzelt hat, zur Grundverhaussetzung.

00:11:21: das funktionieren kann.

00:11:22: Deshalb ist das eigentlich extrem selten, weil wir die Patienten oft auch zu spät sehen.

00:11:26: Wenn es denn mal in Frage käme, sodass wir dann in der Fälle einfach einen Ersatzmaterial brauchen.

00:11:32: Und da sind die am etabliertesten Sehnen, die die Beuge sehen aus dem Oberschenkel, die sogenannten Helmstrings, oder was ich mittlerweile auch immer häufiger mache, einen Quattrezept-Sehntransplantat, was man aus der relativ großen, breiten und dicken Sehne so abhobeln kann, ohne den Sehnspiegel komplett zu durchtrennen, ist also auch eine sehr schonende Methode, die ich mittlerweile sehr viel bei den eher... in das Leistungsnibokränzenden Sportler oder den Leistungssportlern mache, gerade Ballsportarten wissen wir, dass sie dann schon eine niedrigere Rukturrad haben.

00:12:01: Und da müssen sie diese Sehne natürlich irgendwie ins Knie reinbringen.

00:12:05: Und das machen wir atroskopisch.

00:12:06: Also über zwei kleine Schnitte, links und rechts in der Kniescheibe kann man diese OP-Technik atroskopisch unterstützt und noch einen kleinen Schnitt am Schiemerkopf.

00:12:15: Das geht wirklich sehr elegant, ohne dass man das Gelenk eröffnen muss.

00:12:18: Und mit speziellen Verankungstechniken kann man dann diese Sehne, die präpariert wurde, in diese Bohrlöcher, die man vorgebroht hat, einziehen und am Oberschenkel und Unterschenkel fixieren.

00:12:30: Und dann fängt eigentlich der wichtigste Teil für den Körper an.

00:12:33: Dann muss der Körper das annehmen, dass das muss einwachsen.

00:12:36: Das Sehenmaterial muss sich umbauen in ein funktionierendes Band.

00:12:41: Und das setzt natürlich einmal eine korrekte OP-Technik vor aus.

00:12:44: und dann mitarbeiten des Patienten guten Physiotherapeuten und eine enge Patientenführung in den ersten Monaten, um den Band auch die Teil zu geben, sich umzuwandeln, ligamentisieren, nennen wir das.

00:12:55: Und deshalb ist diese Nachbehandlung auch so immens wichtig und auch so lang.

00:12:59: Das dauert einfach, bis die Patienten wieder sportfähig sind, acht bis zehn Monate nach einer vorderen Kreuzband-Rekonstruktion.

00:13:06: Am hinteren Kreuzband ist es ähnlich von der Technik, wo halt weiter hinten ist, ein bisschen komplexer.

00:13:10: wird bei uns auch in hoher Stückzahl durchgeführt, aber eine hohe Stückzahl bedeutet, dass wir sechzig hintere Kreuzbänder operieren, im Vergleich zu tausend, dreihundert vorderen Kreuzbändern.

00:13:19: Das liegt daran, dass das eine sehr seltene Verletzung ist.

00:13:21: Und auch in der Regel, in den meisten Fällen, auch gut ohne OP-Aushalt zum Beispiel.

00:13:26: Sie haben es jetzt schon angesprochen mit der Reha nach der OP, auch über den langen Zeitraum.

00:13:31: Wie sieht denn aber so eine Reha aus?

00:13:32: Also sprechen wir hier von... Erst mal Schonung.

00:13:34: oder geht es das, wir hatten ja schon die Themen wie ein Gelenkersatz, wo es quasi danach direkt losgeht in die Bewegung.

00:13:41: Wie können wir uns da das Rehab-Programm vorstellen?

00:13:44: Das unterscheidet sich schon wesentlich.

00:13:46: Man muss ja in der Bandschirurgie die Dinge erstmal einwachsen, so platt ausdrücken dürfen.

00:13:52: Ein Kunstgelenk wird eingesetzt, mit Knochen-Sement verklebt, die Kapsel wird verschlossen und dann ist das fest.

00:13:59: Wenn Sie jetzt eine Sehne einziehen oder Knorpelregenerieren oder Meniscus nähen, muss das Gewebe ja wieder durchblutet werden.

00:14:05: Das muss zusammenwachsen und deshalb müssen wir schon eine langsammere Nachbehandlung machen.

00:14:10: Die Langsamste, die wir im Portfolio haben, ist wieder das hintere Kreuzband und die Knorpelschirurgie.

00:14:14: Das sind so wirklich Dinge, wo die Patienten sechs Wochen an unterm Gehstützen nicht voll belasten dürfen.

00:14:19: Bei der isolierten Vorderung Kreuzband und Chirurgie ist es so, dass sie eigentlich nach drei Wochen dann schon in die Vollbelastung gehen können.

00:14:25: Knorpel.

00:14:26: Therapien regenerativ brauchen auch lange Miniskusnähte, dürfen nicht direkt voll belasten.

00:14:32: Und das sehr beginnt auch für die Bewegungslimitierung.

00:14:35: Wir lassen die Kreuzbänder schon relativ schnell voll bewegen.

00:14:39: Allerdings die ersten zwei, drei Wochen einfach schonen, kühlen.

00:14:43: Wir sind OP-Reiz bekämpfen, diese Schwelleneigung bekämpfen mit kranken Nassig, Lymphtonage, Eisbehandlung, also Kryotherapie und den Knie einfach mal ein bisschen Zeit lassen auch.

00:14:55: Die steifen nicht ein.

00:14:56: Das ist kein Problem, aber man muss einfach aus dem Knie nach einer Operation einfach mal ein bisschen ruhigen.

00:15:01: Und der häufigste Fehler, der gemacht wird, dass viele dann so nach sechs, acht Wochen sagen, so jetzt ist die Saureguckenzeit rum, jetzt lege ich wieder voll los und dann schwillen die Gelenke an.

00:15:09: Es kommt keine Ruhe rein, es werden Entzündungsmediatoren freigesetzt.

00:15:13: Was wiederum die Ligamentisierung des Bandes verhindert, es kann zu frühzeitigen Transplantatversagen kommen, durch zu starke Belastungen, da braucht man schon durch den Arzt und den Physiotherbeuten, muss man da wirklich ein gutes Auge drauf haben.

00:15:25: Es ist auch individuell das Tempo, ganz klar.

00:15:27: Wir haben in unserem Standard die ersten sechs Wochen genau definiert, das kriegen die Patienten mit, da können sie sich dran halten und ich sage es dann immer.

00:15:33: Danach ist das einfach so ein bisschen individuelle Entscheidung, welchen Step man jetzt als nächstes macht.

00:15:38: Legen wir mehr Wert auf Bewegung, legen wir mehr Wert auf Muskelaufbau, legen wir mehr Wert auf Koordinationen?

00:15:43: schon, Properzeptions-Training, was können wir schon alles machen.

00:15:46: Aber generell die ersten sechs, acht Wochen wirklich langsam rangehen, bei allen rekonstruktiven Eingriffen eigentlich.

00:15:52: Wenn wir jetzt mal dann quasi den Schritt nach der Reha gehen, ist das Knie dann so... in Anführungszeichen stabil wie zuvor auch oder ist das Risiko auf eine erneute Verletzung nach so einer OP deutlich höher als davor?

00:16:04: Das ist eine schwierige Frage.

00:16:06: Also es gibt natürlich statistische Leerobturaten für Kreuzbänder zum Beispiel, für Meniskus Verletzungen.

00:16:13: Deshalb ist es umso wichtiger, dass man in der Diagnostik-Vorsum-Eingriff alle Pathologien, die der Patient mitbringt, erkennt und die auch behandelt.

00:16:22: Wenn ich einen Kreuzband rekonstruiere und den Meniskus nicht mitmache, wenn ich die seitliche Kapsel nicht verstärke, nur das vorderkreuzband isoliert rekonstruiere, weil ich das andere nicht kann oder nicht erkannt habe, dann steigt die Rehruptorrate.

00:16:35: exponentiell an und das sind dann oft Patienten in den ersten zwei Jahren schon versagen.

00:16:39: Die Hauptgrund für die Rehruptur beim Vorder- und Kreuzband ist nicht unbedingt das Trauma, das erneute, sondern es sind eher technische Fehler oder übersehene, und das wissen wir.

00:16:49: in den letzten Jahren, sind wir wichtiger geworden, übersehende Bekleid, perifäre Bekleidverletzung, Kapselband-Insoffizienzen auf der Innenseite, auf der Außenseite.

00:16:57: Und auch knächende Deformitäten, sei ich mal Anführungszeichen, also das Risikoprofil bei einem erhöhten Schienmerkopfwinkel, dem tibialen Slope, ist, wenn der erhöht ist, haben sie einen deutlich erhöhter Sri-Reptor-Risiko für Kreuzbänder.

00:17:10: Deshalb ist die Analyse, bevor ich den Schritt in den OP mache, die genaue Analyse zu erkennen, was hat dieser individuelle Patient jetzt mit seinem Knie für ein Problem, die ist eigentlich der Schlüssel zum erfolgreichen Operieren.

00:17:23: Natürlich müssen sie dann das auch noch technisch.

00:17:25: korrekt machen, aber sie müssen diese Risikofaktoren eindecken.

00:17:29: Und da sind wir mittlerweile dabei, dass wir auch... spezielle Patienten, wenn man die klinisch untersucht und es ist auffällig, der ist wegen mir sehr stark hyperlux, hat eine ganz lockere Bänder, dass ich den mittlerweile auch schon mal vordiagnost, durchdiagnostiziere mit speziellen Röntgenaufnahmen und das Risikoprofil festzulegen.

00:17:46: Und wir haben jetzt schon einige Primae auf Knächern korrigiert und gleichzeitig das Kreuzband rekonstruiert, weil alles andere, wer Blitzing gewesen hat im Stand der Wissenschaft heute, sodass das ein Thema ist, was gerade heißt diskutiert wird, schwierig umzusetzen ist, gerade auch in der Abrechnungsstruktur.

00:18:01: Das lässt sich teilweise gar nicht abbilden, aber es ist natürlich das medizinisch notwendige und dann müssen wir das machen.

00:18:06: Wenn wir jetzt von der Reruptur sprechen, welche Möglichkeiten hat denn der Patient?

00:18:09: Also läuft dann das Ganze einfach noch mal, also einfach noch mal von vorne ab?

00:18:14: Oder ist das dann eine ganz andere Ansatz?

00:18:16: Also die Reruptur oder das Transplantatversagen nach Kreuzbandchirurgie ist eigentlich ein eigenes Krankheitsbild, was extrem aufwendig in der Diagnostik ist, was extrem aufwendig in der Patientenführung aber ist und auch in der letzten Endes dann in der chirurgischen Versorgung.

00:18:31: Es ist fast nie so, dass man sagt, okay, das Band ist jetzt gerissen, ich mache ihn jetzt schnell ein neues rein und dann geht alles wieder.

00:18:38: Das funktioniert eben nicht, weil die Versagensrate ist dann weit über zwanzig Prozent von solchen Vorgehen.

00:18:44: Das heißt, wir wissen eigentlich in den letzten Jahren zunehmend, oder wir haben in den letzten Jahren ein deutlich wachsendes Wissen über diese spezielle Erkrankung gewonnen und haben mittlerweile auch gute Behandlungsalgorithmen.

00:18:57: gute OP-Techniken entwickelt, um diese komplexe Situation herzuwerden.

00:19:01: Und das fängt, wie ich eben schon mal sagte, mit der genauen Analyse an.

00:19:05: Am Anfang steht immer die Analyse.

00:19:07: Warum ist das Band gerissen?

00:19:08: Ist es korrekt operiert?

00:19:09: Wie war die Nachbehandlung?

00:19:12: Was wurde genau gemacht?

00:19:13: Ich brauche dann immer den OP-Bericht, zum Beispiel den Alten, wenn ein Patient woanders operiert worden ist.

00:19:18: Dann brauchen wir eine gute klinische Untersuchung.

00:19:20: Wir müssen diese peripheren Strukturen alle evaluieren.

00:19:23: Das heißt, ist das Innenband stabil, ist das Außenband stabil?

00:19:27: Vor der seitliche Kapselstabil haben wir eine multidelektionale Instabilität, die übersehen wurde oder die der Patient entwickelt hat.

00:19:34: Also die klinische Untersuchung und dann kommt die Bildgebung wird aufwendiger.

00:19:37: Also wir brauchen Röntgen in mehreren Ebenen, was ich eben schon mal sagte, mit dem tibialen slope.

00:19:42: Wir brauchen die peinachse, haben einen oberen, haben einen x-bein.

00:19:46: Wir brauchen... MRT, um die Begleitverletzung im Gelenk zu evaluieren.

00:19:51: Wir brauchen CT, um diese Bohrkanäle zu evaluieren.

00:19:53: Es wurde ja schon mal da reingebohrt, in so einem Kniegelenk, in den Knochen, um ein Band zu verankern.

00:19:58: Wo liegen die?

00:19:59: Sind die erweitert?

00:20:00: Und wenn wir alle diese Parameter zusammengetragen haben, dann fängt der anstrengende Teil an, dann muss ich das dem Patienten alles erklären.

00:20:06: Und da werden die Augen vom Patienten immer größer, wenn ich dann sage, na, ich muss im ersten Schritt das machen, muss im zweiten Schritt das machen und muss im dritten Schritt das Knie dann endlich wieder stabilisieren.

00:20:16: und dann sagen die drei OP's oder warum nicht in eine?

00:20:19: und dann muss man diese ganzen dinge halt dann wirklich Stück für Stück durch exerzieren.

00:20:24: und es ist halt oft komplex.

00:20:28: und wir haben jetzt gerade um die Sache auch für die Patienten bis in so vereinfahrende Patienten Aufklärungsbroschüre beschrieben mit dem Liegamentkommissier der Kniegesellschaft unter meiner Federführung.

00:20:38: das kommt jetzt dann hoffentlich dann Anfang nächsten Jahres in die Presse und dann haben die Patienten auch noch mal die Möglichkeit sich das bietlich noch mal zu Hause in Ruhe durchzulesen, weil wir kennen das alle, wenn ich zum Banker gehe, der erzählt mir was, verstehe ich auch nur mit Bahnhof oder dreizig Prozent, so geht es ja vielen Patienten in meiner Sprechnung auch, dann nicken alle ja und dann hinterher.

00:20:58: Es ist logisch, das sind viele Fachbegriffe, die man zwar versucht zu vermeiden, aber die wenigsten verstehen doch alles ist einfach so und dann sind solche Aufklärungshäfte immer ganz gut.

00:21:07: Kardien in so komplexen Situationen.

00:21:09: Also es ist unterm Strichen.

00:21:10: Völlig.

00:21:11: neue Situationen kann man nicht vergleichen mit der Primärverletzung.

00:21:14: Bedarf viel Zeit, viel Diagnostik, viel Chirurgie und viel Geduld auch vom Patienten.

00:21:20: Die sind ja teilweise ein Jahr lang sportlich weg.

00:21:23: Wenn Sie da Knochen was korrigieren müssen, da muss eine Platte rein, die Platte muss wieder raus, der Bokanal muss aufgefüllt werden, die seitliche Kapsel muss verstärkt werden, Terminismus muss genäht werden und irgendwann muss auch noch das Kreuzband gemacht werden.

00:21:35: Sehr aufwendig.

00:21:36: Das war die neue Folge des Podcasts ARCUS bewegt.

00:21:41: Wenn Sie weitere Fragen oder Anregungen haben oder bestimmte Themen hören möchten, schreiben Sie uns doch gerne.

00:21:48: Und natürlich freuen wir uns, wenn Sie beim nächsten Mal wieder mit dabei sind.

00:21:53: Bis dahin, bleiben Sie gesund und vor allem in Bewegung!

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